{"id":3355,"date":"2025-04-28T11:32:37","date_gmt":"2025-04-28T10:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/?p=3355"},"modified":"2025-09-22T22:20:55","modified_gmt":"2025-09-22T21:20:55","slug":"vellela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/vellela","title":{"rendered":"Blaues Wunder"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Ribeira d\u2019Ilhas, 2020, treib:gut \u2013 An vielen Sandstr\u00e4nden stolpert man \u00fcber ein mehr oder weniger breites Band aus Algen, Tang, Seegras, Holzst\u00fccken, Bimsstein, Fragmenten von Muschelschalen, Laich, \u00dcberresten von Meerestieren und Seev\u00f6geln und leider ziemlich viel M\u00fcll. Dieser angeschwemmte \u201eSp\u00fclsaum\u201c ist eine Fundgrube f\u00fcr Strandsammler. Besonders nach Sturmfluten kann man hier viele ungew\u00f6hnliche Dinge entdecken, die das aufgew\u00fchlte Meer aus der Tiefe hochgewirbelt und ans Ufer bef\u00f6rdert hat. Vor einiger Zeit zum Beispiel lagen \u00fcberall kleine runde Folienst\u00fccke mit merkw\u00fcrdig geriffelter Oberfl\u00e4che herum, die an die Versiegelungen mancher Barbecue-Saucen erinnern. Mitunter kommt es zu Ansammlungen, wenn eine ganze Containerladung von irgendetwas Schwimmf\u00e4higem \u00fcber Bord geht oder das Treibgut aufgrund seines Formwiderstandes hydrodynamisch sortiert wird. Letzteres war tats\u00e4chlich eine hei\u00dfe Spur \u2013 allerdings handelte es sich hier keineswegs um Plastikm\u00fcll \u2026<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"362\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/liftnpeel-image.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3409\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/liftnpeel-image.jpg 800w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/liftnpeel-image-300x136.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/liftnpeel-image-768x348.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/liftnpeel-image-600x272.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">segel:schein \u2013 Die \u201eLift n\u2018 Peel<sup>TM<\/sup>-Folie\u201c, die auf vielen Lebensmittel-, Chemikalien- und Medikamentenflaschen zur sterilen Versiegelung verwendet wird, hat in Form und Konsistenz verbl\u00fcffende \u00c4hnlichkeit mit der Segelqualle.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>matt:scheibe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u2026 das fand ich aber erst heraus, als ich nicht nur ein durchsichtiges \u201eSkelett\u201c, sondern eine farbenfrohe kleine Qualle gleicher Form in der Hand hatte und sie mithilfe von Google-Lens als <em>Velella velella<\/em> identifizierte. Ich muss zugeben, dass mir dieses Wesen bis dahin v\u00f6llig unbekannt war. Dabei kann man aufgrund der Tatsache, dass es sowohl im Deutschen als auch im Englischen gleich mehrere Trivialnamen, wie Segler-vor-dem-Wind, Sankt-Peters-Schifflein, Blauqualle, by-the-wind-sailor, sea raft und purple sail gibt, davon ausgehen, dass es sich um eine allgemein bekannte 08\/15-Art handelt. Dabei ist die Segelqualle, deren lateinischer Name <em>Velella<\/em> ebenfalls nichts anderes als \u201eSegelchen\u201c bedeutet, ein ganz erstaunlicher Organismus. Wie bei den meisten Quallen, handelt es sich um eine Kolonie von Zellen (Polypen) mit unterschiedlichen Aufgaben, aber ohne zentrale Steuerung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3399\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas.jpg 1280w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas-300x169.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas-768x432.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segelquallen-in-Ribeira-dIlhas-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>sonnen:segel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie fristet ihr Dasein als Grenzg\u00e4nger zwischen Ozean und Atmosph\u00e4re und ern\u00e4hrt sich von Kleinstlebewesen (Zooplankton), die sie aus den Nesselzellen ihrer Tentakel \u201eharpuniert\u201c. Durch die Mund\u00f6ffnungen der innenliegenden Wehrpolypen oder des gro\u00dfen Fresspolypen (Sipho) im Zentrum der Unterseite wird die Beute aufgenommen. Die kleinen Stilette, die sie auf sie abfeuern, sind zum Gl\u00fcck nicht in der Lage, die menschliche Haut zu durchdringen, sodass man sie unbeschadet anfassen kann. Die meisten Segelquallen kreuzen in tropischen Gew\u00e4ssern und sind der Sonneneinstrahlung auf der Wasseroberfl\u00e4che voll ausgesetzt. Um die DNA vor der UV-Strahlung zu sch\u00fctzen, sind die Zellkerne von Molek\u00fclen eines lichtabsorbierenden Pigments umgeben, das ihnen die wundersch\u00f6ne, tiefblaue F\u00e4rbung verleiht. Die Unterseite dagegen ist sehr hell. Dadurch ist sie f\u00fcr Feinde aus der Tiefe vor dem lichtdurchfluteten Hintergrund nur schwer zu entdecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine noch gr\u00f6\u00dfere Herausforderung als die Strahlungsbelastung sind heftige Scherkr\u00e4fte von Wind und Wellen, die das hauchzarte Gebilde hin- und herzerren. Die Luftkammern des runden Flo\u00dfes, die in konzentrischen, voneinander abgeschotteten Ringen angeordnet sind, und das kleine, dreieckige Segel sind deswegen durch hochbelastbare Chitinr\u00f6hren verst\u00e4rkt. Die Konstruktion ist so ausgefeilt, dass sich schon Ingenieure davon inspirieren lie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>upside:schaum<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/janthina-7ec2aa57-be0c-44bb-92e7-c51b1e24ea0-resize-750-2.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"550\" height=\"482\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/janthina-7ec2aa57-be0c-44bb-92e7-c51b1e24ea0-resize-750-2.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3359\" style=\"width:351px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/janthina-7ec2aa57-be0c-44bb-92e7-c51b1e24ea0-resize-750-2.jpeg 550w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/janthina-7ec2aa57-be0c-44bb-92e7-c51b1e24ea0-resize-750-2-300x263.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 100vw, 550px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Als ob das Leben zwischen den Elementen nicht schon hart genug w\u00e4re, stellt den Segelquallen auch noch ein hartn\u00e4ckiger Feind nach: die Veilchen- oder Flo\u00dfschnecke (<em>Janthina janthina<\/em>), ebenfalls ein passionierter Segler. Ihr Flo\u00df und Segel besteht aus stabilen Blasen, die sie produziert, indem sie die Au\u00dfenluft in eine z\u00e4he K\u00f6rperabsonderung einschlie\u00dft. Kopf\u00fcber unter diesem Schaumpaket h\u00e4ngend l\u00e4sst sie sich dann \u00fcbers Meer wehen. Da sie ihr Leben verkehrt herum verbringt, ist auch ihre kontraschattierte F\u00e4rbung invertiert \u2013 oben wei\u00df und unten blau, mit dem gleichen, zuvor beschriebenen Tarneffekt.<\/p>\n\n\n\n<p>Trifft sie auf eine Segelqualle, st\u00f6\u00dft sie ihre Schwimmhilfe ab und reist \u201eper Anhalter\u201c weiter. Oft h\u00e4ngen gleich mehrere Veilchenschnecken als blinde Passagiere unter der Segelqualle und ern\u00e4hren sich von ihrer Substanz. Solange sie ihren Appetit z\u00fcgeln und der Segelqualle das Jagdgl\u00fcck hold ist, kann diese immer wieder nachwachsen, und unsere treibende Schicksalsgemeinschaft bleibt im Gleichgewicht. Fallen die r\u00e4uberischen Schnecken dagegen zu hastig \u00fcber sie her und besch\u00e4digen den Flo\u00dfk\u00f6rper, kann der Auftrieb zusammenbrechen. Gemeinsam sinken sie dann in die Tiefe und sterben, da die Schnecken ohne Kontakt zur Oberfl\u00e4che keine neuen Blasen herstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1920\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3373\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-scaled.jpg 2560w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-300x225.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-768x576.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Veilchenschnecke-an-Velella-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">mit:esser \u2013 Die Veilchenschnecke (Janthina janthina) ern\u00e4hrt sich von der Segelqualle und l\u00e4sst sich von ihr \u00fcbers Meer tragen. Die kontraschattierte F\u00e4rbung ihres Geh\u00e4uses ist gut zu erkennen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>dach:organisation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl ihr im Lauf der Geschichte 32 verschiedenen lateinischen Artnamen gegeben wurden, ist man sich heute sicher, dass es sich nicht nur um eine <em>einzige<\/em> Art, sondern auch um die einzige bekannte Art der <em>Gattung<\/em> Velella handelt. Das ist in der Biologie nicht gerade h\u00e4ufig. Wir haben es also mit einem Unikum zu tun, dem man schlie\u00dflich wieder seine fr\u00fcheste Bezeichnung nach dem guten alten Linn\u00e9 (1758) zur\u00fcckgegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3588\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1.jpg 1280w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1-768x432.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Anatomie-der-Segelqualle-1-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Aus verschiedenen Gr\u00fcnden hat man sich in der Biologie darauf geeinigt, Quallen nicht als Individuen, sondern als \u201earbeitsteilige Kolonien\u201c zu definieren (wie z. B. einen Ameisenstaat). Wenn man sieht, was unter dem Dach des kleinen Segels abl\u00e4uft, dass alle Bereiche durch Kan\u00e4le miteinander verbunden sind und die Gruppen spezialisierter Polypen durchaus so etwas wie \u201eOrgane\u201c bilden, fragt man sich zu Recht, wie sinnvoll diese Definition ist. Velellen f\u00fchren immerhin koordinierte Aktionen aus: Zweimal in der Minute zieht sich der ganze Unterbau zusammen, presst die Luft aus den Ringkammern durch Poren nach au\u00dfen und entspannt sich wieder, sodass frische Luft einstr\u00f6men kann. Bei den meisten anderen Lebewesen w\u00fcrde man das als \u201eAtmen\u201c bezeichnen, aber Quallen atmen nat\u00fcrlich nicht. Was dagegen zum Bild der Kolonie passt, sind die \u201eGastarbeiter\u201c an Bord. Im oberen Bereich sind Dinoflagellaten einquartiert \u2013 &nbsp;einzellige Algen, die dort im hellen Licht hervorragend gedeihen. Wenn Flaute herrscht und es mit der Fischerei mal nicht so gut l\u00e4uft, dienen sie als Nahrungsreserve und werden verdaut. In den Geschlechtszellen im unteren Bereich leben Bakterien als Symbionten und verleihen ihnen eine gelbgr\u00fcne F\u00e4rbung. Sie werden dem Nachwuchs als \u201eProviant\u201c mit auf den Weg gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00f6l:f\u00f6rderung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Fortpflanzung der Segelqualle ist eine v\u00f6llig unromantische Angelegenheit. Spezialisierte Geschlechtspolypen schn\u00fcren abwechselnd m\u00e4nnliche und weibliche \u201eMedusen\u201c ab. Diese enthalten jeweils den halben Bauplan f\u00fcr eine neue Kolonie. Sie m\u00fcssen sich also vereinigen, um eine vollst\u00e4ndige Larve als neues Startstadium zu bilden. Dazu ziehen sich die Medusen vorher in eine Tiefe von 1.000 m zur\u00fcck, wo es in v\u00f6lliger Dunkelheit und eisiger K\u00e4lte weit sicherer f\u00fcr sie ist. Sind die mitgenommenen Bakterien und Algen erst einmal verdaut, gibt es hier allerdings kaum frische Nahrung. Den Weg zur\u00fcck an die raue und gef\u00e4hrliche Wasseroberfl\u00e4che bew\u00e4ltigen sie mit einem erstaunlichen Transportmechanismus: Nach dem Verschmelzen der beiden Medusen ver\u00e4ndert sich das spezifische Gewicht der Larve durch Einlagerung eines kleinen \u00d6ltropfens im Innern. Der macht sie so leicht, dass sie wieder sanft ans Licht zur\u00fcckschwebt, um dort einen neuen \u201ePolypenstaat\u201c zu gr\u00fcnden. Bei guter Ern\u00e4hrungslage k\u00f6nnen sich die Segelquallen unfassbar rasant vermehren. Die abgesto\u00dfenen Medusen sind im Aquarium als dichte Wolken zu sehen, die auf den Boden sinken und ihn in kurzer Zeit vollst\u00e4ndig bedecken. Im Atlantik wurden gigantische Schw\u00e4rme der ausgewachsenen &#8222;Windbeutel&#8220; von bis zu 260 Kilometern L\u00e4nge entdeckt \u2013 Segel an Segel!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segel-an-Segel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3385\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segel-an-Segel.jpg 1280w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segel-an-Segel-300x169.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segel-an-Segel-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segel-an-Segel-768x432.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Segel-an-Segel-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>segel:regel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder kommt es zu Massenstrandungen, die an der K\u00fcste kilometerlange, blauschimmernde Schleier und manchmal sogar zwei Meter hohe W\u00e4lle aus vielen Millionen toter Tiere hinterlassen. Als man das Ph\u00e4nomen genauer untersuchte, fand man heraus, dass es zwei unterschiedliche Formen des Segels gibt. Wahrscheinlich ist die nat\u00fcrliche H\u00e4ufigkeitsverteilung beider Formen 50:50, aber die gestrandeten \u00dcberreste weisen jeweils immer die gleiche Form auf. Die Segelmechanik sorgt daf\u00fcr, dass die Organismen unterschiedlich verdriftet werden. Diejenigen, deren Segel von oben gesehen eine N-Stellung haben, werden vom Wind nach rechts geschoben, und diejenigen mit der spiegelverkehrten \u0376-Stellung nach links. Auf diese Weise kann nie die gesamte Population stranden, weil ein Teil immer vom Strand wegbewegt wird. Genial, oder? Das erinnert mich an die weisen Zeilen von Ella Wheeler Wilcox:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p style=\"line-height:1\"><em>One ship drives east and another drives west, with the selfsame winds that blow.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"line-height:1\"><em>Tis the set of the sails and not the gales, that tells it the way to go.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"line-height:1\"><em>Like the winds of the seas are the ways of fate, as we voyage along through the life.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"line-height:1\"><em>Tis the set of a soul, that decides its goal, and not the calm or the strife.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>frei \u00fcbersetzt:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p style=\"line-height:1\"><em>Ein Schiff f\u00e4hrt nach Osten, ein anderes nach Westen, mit denselben Winden, die wehen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"line-height:1\"><em>Es ist die Stellung der Segel und nicht der Sturm, die ihm den Weg weist.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"line-height:1\"><em>Wie die Winde der Meere sind die Spielarten des Schicksals, wenn wir durch das Leben segeln.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"line-height:1\"><em>Es ist die Haltung einer Seele, die \u00fcber das Ziel entscheidet, und nicht die Umst\u00e4nde des Lebens.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><em>Velella<\/em> kommt mit einer festgelegten Segelstellung zur Welt und erf\u00e4hrt dann, ob sie vom Sturmwind an den t\u00f6dlichen Strand oder auf die rettende See geblasen wird. Wir k\u00f6nnen uns <em>entscheiden<\/em>, wie wir unsere Segel setzen und ob wir Kurs auf den Himmel nehmen. Ein ermutigendes Vorbild aus der Bibel kann uns der junge Daniel sein, der sich in seinem Herzen vornahm, sauber zu bleiben (Dan 1,8) und auf geradem Kurs durch ein h\u00f6chst turbulentes Jahrhundert der Weltgeschichte segelte. Die Lebensumst\u00e4nde k\u00f6nnen unsere Reise nicht verhindern, sie k\u00f6nnen h\u00f6chstens beeinflussen, wie lange wir unterwegs sind, bis wir am Ziel ankommen. In diesem Sinne: Schiff ahoi!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Spr 4,23: Beh\u00fcte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausg\u00e4nge des Lebens!<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column has-small-font-size is-layout-flow wp-container-core-column-is-layout-6b73ce23 wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p><strong>Quellennachweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Betti, F: <em>Massive strandings of Velella velella (Hydrozoa: Anthoathecata: Porpitidae) in the Ligurian Sea<\/em>. The European Zoological Journal 2019; 86(1):343-353<\/p>\n\n\n\n<p>Bieri, R: <em>A Morphometric Study of Velella (Hydrozoa) from different Oceans<\/em>. Publications of the SETO Marine Biological Laboratory 1977; 24(1-3):59-62<\/p>\n\n\n\n<p>Bieri, R: <em>Dimorphism and Size Distribution in Velella and Physalia<\/em>. Nature 1959; 184:1333-1334<\/p>\n\n\n\n<p>Francis, L: <em>Design of a Small Cantilevered Sheet: The Sail of Velella velella<\/em>. Pacific Science 1985; 39(1):1-15<\/p>\n\n\n\n<p>Francis, L: <em>Sailing Downwind: Aerodynamic Performance of the Velella Sail<\/em>. Journal of Experimental Biology 1991; 158:117-132 Schembri, PJ: <em>When the Beaches Turn Blue<\/em>. Gozo Observer 2016; 34:3-5<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ribeira d\u2019Ilhas, 2020, treib:gut \u2013 An vielen Sandstr\u00e4nden stolpert man \u00fcber ein mehr oder weniger breites Band aus Algen, Tang, Seegras, Holzst\u00fccken, Bimsstein, Fragmenten von[\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3356,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"remove_blocks_before_content":false,"remove_blocks_after_content":false,"disable_reading_progress_bar":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[64,9],"tags":[],"class_list":["post-3355","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wonders-of-creation","category-prehistory"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3355","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3355"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3355\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5182,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3355\/revisions\/5182"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3356"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3355"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3355"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3355"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}