{"id":3690,"date":"2025-05-02T01:07:35","date_gmt":"2025-05-02T00:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/?p=3690"},"modified":"2025-09-17T13:35:52","modified_gmt":"2025-09-17T12:35:52","slug":"red-thread","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/red-thread","title":{"rendered":"Der &#8222;rote Faden&#8220; der Biologie"},"content":{"rendered":"\n<p><em>\u201eDie Evolution ist das zentrale Thema der Biologie \u2013 ein roter Faden, der sich durch jedes Kapitel dieses Buches ziehen wird.\u201c \u2026t\u00f6nt es in der Einleitung des Campbell, eines weitverbreiteten wissenschaftlichen Lehrbuchs. In den vorangehenden S\u00e4tzen wird erl\u00e4utert: \u201eEvolutionsprozesse sind sowohl f\u00fcr die Gemeinsamkeiten als auch f\u00fcr die Vielfalt der Organismen verantwortlich. Merkmale, die zwei Arten miteinander teilen, gehen auf ihre Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren zur\u00fcck; Unterschiede zwischen Arten beruhen auf nat\u00fcrlicher Selektion, welche Merkmale allm\u00e4hlich abwandelt [\u2026] wie bei einer Maschine, die umgebaut wird, w\u00e4hrend sie ununterbrochen l\u00e4uft.\u201c <\/em>[1]<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"989\" height=\"1181\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3693\" style=\"width:387px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle.jpg 989w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle-251x300.jpg 251w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle-858x1024.jpg 858w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle-768x917.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/maus-baustelle-600x716.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 989px) 100vw, 989px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">mause:falle \u2013 Neue Baupl\u00e4ne setzen viele kleine Ver\u00e4nderungen voraus und bieten erst einen Vorteil wenn der Umbau abgeschlossen ist und sie funktionieren.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Diese Passage entfloss der Feder eines Naturwissenschaftlers. Ein Ingenieur kratzt sich bei der Vorstellung einer \u201eMaschine, die umgebaut wird, w\u00e4hrend sie ununterbrochen l\u00e4uft\u201c vermutlich ungl\u00e4ubig am Kopf, denn so etwas gibt es bisher gar nicht. Wenn neuartige Konstruktionen in ein bestehendes, funktionierendes System integriert werden sollen ist das ziemlich problematisch (und in Fossilien lassen sich auch keine &#8222;halbfertigen&#8220; Bauphasen erkennen) \u2013 aber das nur am Rande.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Biologen sehen im allgegenw\u00e4rtigen Evolutionsprozess den \u201eroten Faden\u201c, der alle Teilbereiche der \u201eLebenswissenschaft\u201c miteinander verbindet. In einem ber\u00fchmt gewordenen Zitat hei\u00dft es: \u201eNichts in der Biologie ergibt einen Sinn, au\u00dfer im Licht der Evolution.\u201c [2]<\/p>\n\n\n\n<p>Nach fast drei\u00dfig Berufsjahren in der biologischen Forschung kann ich mich \u00fcber diese Aussage nur wundern. Die Funktionen und Zusammenh\u00e4nge, die wir in verschiedenen Projekten untersucht haben, ergaben in ihrem komplexen Zusammenspiel sehr wohl Sinn und lie\u00dfen im Idealfall M\u00f6glichkeiten f\u00fcr therapeutische Intervention erkennen, worauf wir bei der Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe abzielten. Was ich w\u00e4hrend dieser Zeit allerdings nicht erlebt habe, ist, dass die Spekulation \u00fcber die m\u00f6gliche Entstehungsgeschichte unserer Zielstrukturen von Bedeutung gewesen w\u00e4re. Das \u201eLicht der Evolution\u201c scheint anderswo zu scheinen \u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich ist der \u201erote Faden\u201c in Gestalt einer Evolutionsgeschichte, die alle Lebewesen auf einen gemeinsamen Ursprung zur\u00fcckf\u00fchrt, f\u00fcr die angewandten Wissenschaften v\u00f6llig irrelevant. Die rezent beobachtbaren Ver\u00e4nderungen (Mikroevolution) spielen dagegen in einigen Gebieten, wie der \u00d6kologie, Mikrobiologie, Virologie, Immunologie und Genetik, eine wichtige Rolle. Die historische Extrapolation jedoch, also die \u00dcberdehnung des beobachteten Prinzips der Ver\u00e4nderung in engen Grenzen auf grenzenlose Ver\u00e4nderlichkeit von Ursprung an, braucht im Forschungsbetrieb niemand. [3]<\/p>\n\n\n\n<p>Die Suche nach Mustern, Sinnzusammenh\u00e4ngen und logischen Verkn\u00fcpfungen ist zutiefst menschlich. Man kann sogar so weit gehen, dass Rationalit\u00e4t und Sinnfindung \u00fcberhaupt nur existieren k\u00f6nnen, wenn es einen \u00fcbergeordneten, vernunftbegabten Sinnstifter gibt. Jedenfalls ist die Ansicht weit verbreitet, dass die Idee einer nat\u00fcrlichen Entwicklungsgeschichte als einziges rationales Ursprungskonzept zu gelten hat. Schlie\u00dflich entspricht es unserer Erfahrung und Beobachtung, dass komplizierte Dinge nicht pl\u00f6tzlich erscheinen, sondern sich entwickeln (wie die Pflanze aus dem Samen und das Tier aus dem Ei). Der historische Befund scheint das zu best\u00e4tigen. Soweit die \u00dcberlieferungen zur\u00fcckreichen finden wir Abstammungs- und Entwicklungsvorstellungen in Konkurrenz zur Sch\u00f6pfungs\u00fcberlieferung, die freilich im heidnischen G\u00f6tzendienst, losgel\u00f6st von der biblischen Offenbarung meistens zum Mythos wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Konzepte sto\u00dfen zuletzt auf das Problem des \u201eUranfangs\u201c: was war da, bevor etwas da war? Wenn Kosmologen heute von dem \u201eNichts\u201c am Anfang sprechen [4], bezeichnen sie damit gew\u00f6hnlich ein \u201eQuantenvakuum\u201c oder einen \u201eQuantenschaum\u201c. Das ist aber nicht \u201eNichts\u201c!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1198\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3695\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-scaled.jpg 2560w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-300x140.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-1024x479.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-768x359.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-1536x719.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-2048x958.jpg 2048w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Quantenschaum-600x281.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eNichts\u201c ist die absolute Abwesenheit von \u201eetwas\u201c. Wenn es am Anfang wirklich nichts gegeben hat, muss der Ursprung von \u201eetwas\u201c <em>\u00fcbernat\u00fcrlich<\/em> gewesen sein, denn wo es keine \u201eNatur\u201c gibt, gibt es auch keine Naturgesetze und keine \u201enat\u00fcrlichen Vorg\u00e4nge\u201c. Ein Naturalist, der sich diesem logischen Schluss auf den \u00fcbernat\u00fcrlichen Ursprung verweigert, glaubt an \u201eQuantenfluktuationen von Ewigkeit her\u201c, so wie der Theist an einen \u201eGott von Ewigkeit her\u201c glaubt. Beides ist f\u00fcr unseren Verstand nicht zu fassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Recht wird darauf hingewiesen, dass die Erfahrung zeigt, dass jedes Lebewesen aus einem sehr \u00e4hnlichen Lebewesen hervorgegangen ist. Deswegen sei biologische \u00c4hnlichkeit, die sich vielf\u00e4ltig darstellen l\u00e4sst, als Hinweis auf eine gemeinsame Abstammung zu deuten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"817\" height=\"1497\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Makroschritt-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3696\" style=\"width:233px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Makroschritt-rotated.jpg 817w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Makroschritt-164x300.jpg 164w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Makroschritt-559x1024.jpg 559w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Makroschritt-768x1407.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Makroschritt-600x1099.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 817px) 100vw, 817px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch wer an dieser Stelle Logik und Intuition ins Feld f\u00fchrt, begibt sich auf d\u00fcnnes Eis, denn dass so unterschiedliche Tiere wie ein Blauwal und eine Fledermaus beide von einem gemeinsamen Urahnen abstammen sollen, der aussah wie eine Ratte, entspricht gerade <em>nicht<\/em> unserer schlichten Erwartung von \u00c4hnlichkeit, sondern wir stellen fest, dass Abstammung <em>immer nur<\/em> zu sehr \u00e4hnlichen Nachkommen f\u00fchrt. Die Argumentation w\u00e4re schl\u00fcssig, wenn sich ein feinabgestufter Wandel in der Abfolge der immer un\u00e4hnlicher werdenden, fossilen Vorfahren erkennen lie\u00dfe \u2013 was aber nicht der Fall ist!<\/p>\n\n\n\n<p>Heutzutage geht es in der Stammbaumrekonstruktion immer weniger um die \u00e4u\u00dferliche \u00c4hnlichkeit der Organismen, wie sie von Anatomen und Taxonomen untersucht und bewertet wird, sondern um die biochemischen und besonders die genetischen \u00dcbereinstimmungen. Die vollst\u00e4ndige Sequenzierung von Genomen erm\u00f6glicht es, \u00c4hnlichkeit zu quantifizieren \u2013 oft mit \u00fcberraschenden Ergebnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201egenetische Verwandtschaft\u201c zwischen Mensch und Schimpanse beispielsweise wurde lange mit 98-99% angegeben \u2013 in vielen Publikationen bis heute \u2013 obwohl die Sequenzdaten inzwischen zeigen, dass es nur ca. 84% \u00dcbereinstimmung gibt. Der \u201e2%-Mythos\u201c ist pass\u00e9 und 16% genomische Abweichung zeigen uns ein ganz anderes Bild. Neuere Untersuchungen bei M\u00e4usen, mit denen wir \u00e4u\u00dferlich wenig Gemeinsamkeiten haben, kommen zu Abweichungen in der gleichen Gr\u00f6\u00dfenordnung. Diese leicht korrigierte Sichtweise ist nur ein kleines Puzzlest\u00fcck, doch generell stellt sich die Frage: \u201eWas besagt %-\u00c4hnlichkeit\u201c?<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gurke, eine Qualle, eine Wolke und ein Bitburger bestehen alle zu etwa 95% aus Wasser, sind sich also in chemischer Hinsicht sehr \u00e4hnlich. Doch was besagt das? \u2013 Es muss ber\u00fccksichtigt werden, <em>auf welcher Ebene<\/em> Entit\u00e4ten verglichen werden. Im Innersten besteht alles Materielle aus den gleichen atomaren und subatomaren Bausteinen \u2013 ist sich also zu 100% \u00e4hnlich. Auf h\u00f6heren Ebenen werden die Unterschiede gr\u00f6\u00dfer. Der oben erw\u00e4hnte Befund, dass das M\u00e4usegenom dem menschlichen ebenso stark \u00e4hnelt, wie dem des Schimpansen, kann auch so gedeutet werden, dass man mit der Bezugsgr\u00f6\u00dfe (Genomsequenz) noch zu weit unten liegt. Auf h\u00f6heren Strukturebenen (Anatomie, Gehirnorganisation, Wahrnehmung, Kommunikation und Lernverhalten) besteht sehr wohl eine gr\u00f6\u00dfere \u00c4hnlichkeit zum Schimpansen als zur Maus. Die Idee affen\u00e4hnlicher Vorfahren w\u00e4re auf Grundlage des Formvergleichs allein durchaus nicht abwegig \u2013 <em>wenn<\/em> der Mensch vom Tier abstammen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend ist nun, weiter <em>nach oben<\/em> zu gehen. Auf der h\u00f6chsten Ebene gibt es n\u00e4mlich gar keine \u00c4hnlichkeit mehr. Da haben wir auf der einen Seite \u201eGeist\u201c (Gott und seine geistbegabten Gesch\u00f6pfe \u2013 &nbsp;Engel und Menschen \u2013, zwischen denen es \u00c4hnlichkeit gibt) und auf der anderen Seite \u201eNicht-Geist\u201c, den Rest der Sch\u00f6pfung.<\/p>\n\n\n\n<p>Bisher gibt es kein plausibles Modell, mit dem der Ursprung von Geist (und geistigen Merkmalen, wie Bewusstsein, Wille, Moral und Sprache) aus Nicht-Geist erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnte. Das Problem dieses \u00dcbergangs erweist sich beim genaueren Hinsehen als genauso unl\u00f6sbar wie die Herkunft von Materie aus Nicht-Materie, Leben aus Nicht-Leben oder Information aus Nicht-Information. Dieser Erkl\u00e4rungsnotstand wird mitunter mit den Worth\u00fclsen \u201eEpiph\u00e4nomen\u201c oder \u201eEmergenz\u201c kaschiert, wobei der Anschein einer gewissen Zwangsl\u00e4ufigkeit erweckt werden soll. Das f\u00fchrt zu optimistischen Aussagen: \u201eBei 10 hoch 500 Universen im \u201aMultiversum\u2018 muss das \u201arichtige\u2018 dabei sein, in dem es Materie gibt; sobald fl\u00fcssiges Wasser auf einem Gesteinsplaneten vorhanden ist, kann sich auch Leben entwickeln; ein hinreichend komplexes Gehirn wird Selbstbewusstsein und Geist entwickeln.\u201c \u2013 Keine dieser Annahmen l\u00e4sst sich wissenschaftlich untermauern.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"901\" height=\"644\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Porsche-VW.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3698\" style=\"width:347px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Porsche-VW.jpg 901w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Porsche-VW-300x214.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Porsche-VW-768x549.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Porsche-VW-600x429.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 901px) 100vw, 901px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Deutung der \u00c4hnlichkeit als Hinweis auf gemeinsame Abstammung beruht zudem auf einem Analogieschluss. Wir k\u00f6nnen heute Abstammung innerhalb von Arten beobachten und \u00fcbertragen es auf die Vergangenheit. Das ist allerdings nicht die einzige denkbare Analogie. Genauso \u201eintuitiv\u201c l\u00e4sst sich die \u201eHandschrift\u201c des gemeinsamen Urhebers in den \u00c4hnlichkeiten erkennen. Das entspricht ebenfalls unserer Erfahrung. \u00c4hnliche Konstruktionen gehen auf denselben Planer, Erbauer, Urheber oder Architekten zur\u00fcck. Experten sind in der Lage, die Echtheit der Gem\u00e4lde alter Meister festzustellen, indem sie die Pinself\u00fchrung untersuchen. Nicht nur der Strich, auch die Art und Weise, wie die Farbe aufgebracht und gemischt wird, sind solche typischen Kennzeichen eines K\u00fcnstlers. Genauso lassen sich typische stilistische Erkennungsmerkmale bei Architekten, Komponisten, Dichtern und Autoren feststellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das verbindende Element in dieser Sichtweise ist <em>das geniale Design<\/em> aller Lebewesen. Dieses offenkundige Merkmal wird auch von einem Wortf\u00fchrer des atheistischen Naturalismus zugestanden, wenn er bemerkt: \u201eBiologie ist das Studium komplizierter Dinge, die den Anschein erwecken, auf einen Zweck hin entworfen worden zu sein.\u201c [5]<\/p>\n\n\n\n<p>Er h\u00e4lt diesen Anschein jedoch f\u00fcr eine blo\u00dfe Illusion. Aufrichtige Naturalisten sollte es irritieren, dass wir \u00fcber biologische Zusammenh\u00e4nge gar nicht anders reden und denken k\u00f6nnen, als ihnen Ziel, Zweck und Sinn zuzuschreiben \u2013 die es in einem zufallsbestimmten Universum nicht geben kann.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3697\" style=\"width:252px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16.png 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16-300x300.png 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16-150x150.png 150w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16-768x768.png 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16-600x600.png 600w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/ChatGPT-Image-2.-Mai-2025-00_50_16-100x100.png 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Greifen wir noch einmal das sprachliche Bild des \u201eroten Fadens\u201c auf. Es geht auf den deutschen Dichterf\u00fcrsten Goethe zur\u00fcck, der es wie folgt erkl\u00e4rte: \u201eWir h\u00f6ren von einer besonderen Einrichtung bei der englischen Marine. S\u00e4mtliche Tauwerke der k\u00f6niglichen Flotte, vom st\u00e4rksten bis zum schw\u00e4chsten, sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzul\u00f6sen, und woran auch die kleinsten St\u00fccke kenntlich sind, dass sie der Krone geh\u00f6ren. [6]\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist interessant, dass die Redensart ihrer Herkunft nach nicht nur auf Zusammengeh\u00f6rigkeit und Verbundenheit durch ein gemeinsames Merkmal hinweist, sondern auch auf den Eigent\u00fcmer von allem. Nicht <em>die gemeinsame Abstammung<\/em>, erkennbar an \u00c4hnlichkeiten, sondern <em>die Signatur des gleichen Sch\u00f6pfers<\/em>, offenkundig durch hochintelligentes Design, verschwenderische Vielfalt und atemberaubende Sch\u00f6nheit, sind der \u201erote Faden der Biologie\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><em>Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein g\u00f6ttliches Wesen.<\/em> R\u00f6mer 1,20 (Neue Genfer \u00dcbersetzung)<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column has-small-font-size is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"line-height:1;flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Quellennachweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[1] Campbell, NA: <em>Biologie<\/em> (S. 15). Heidelberg (Spektrum) 2012<\/p>\n\n\n\n<p>[2] \u201eNothing in Biology Makes Sense Except in the Light of Evolution\u201d Dobzhanski, T: American Biology Teacher 1973; 35:125-129; doi:10.2307\/4444260<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Die \u201eEvolutionsforschung\u201c ist hier nat\u00fcrlich eine Ausnahme, wobei sie ja auch eher der Grundlagenforschung als der angewandten Wissenschaft zuzurechnen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>[4] Zum Beispiel: \u201eDa es ein Gesetz wie das der Gravitation gibt, kann und wird sich das Universum aus dem Nichts erzeugen.\u201c Hawking, S: <em>Der gro\u00dfe Entwurf<\/em>. Reinbek (rororo) 2010; S. 177<\/p>\n\n\n\n<p>[5] \u201cBiology is the study of complicated things, that give the appearance of having been designed for a purpose.\u201c Dawkins, R: <em>The Blind Watchmaker<\/em> (S. 4). New York (Norton) 1996<\/p>\n\n\n\n<p>[6] Goethe, JW von: <em>Wahlverwandtschaften<\/em>. T\u00fcbingen (Cotta\u2018sche) 1809; 2. Kapitel, 2. Teil<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><strong>Bildnachweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Maus-Baustelle&#8220; \u2013 Ferdinand Georg<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eBlauwal und Fledermaus&#8220;, &#8222;VW und Porsche&#8220; \u2013 Cornelius vom Stein<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Evolution ist das zentrale Thema der Biologie \u2013 ein roter Faden, der sich durch jedes Kapitel dieses Buches ziehen wird.<br \/>\u201c \u2026t\u00f6nt es in der[\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3691,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"remove_blocks_before_content":false,"remove_blocks_after_content":false,"disable_reading_progress_bar":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-3690","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-prehistory"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3690"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3690\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5173,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3690\/revisions\/5173"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3691"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}