{"id":3942,"date":"2025-05-05T13:30:54","date_gmt":"2025-05-05T12:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/?p=3942"},"modified":"2025-05-11T14:13:25","modified_gmt":"2025-05-11T13:13:25","slug":"phlogiston","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/phlogiston","title":{"rendered":"Hei\u00dfe Luft"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Halle, Friedrichs-Universit\u00e4t, 1790. Wieder und wieder greift Prof. Gren in seinem Chemielaboratorium zu einem neuen Keramiktiegel, pr\u00fcft ihn sorgf\u00e4ltig, wiegt ihn genau, f\u00fcllt Zinnpulver ein, wiegt noch einmal, notiert die Werte, stellt das Gef\u00e4\u00df \u00fcber die hei\u00dfe Flamme des Brenners, bis der Inhalt in Brand ger\u00e4t und mit blendend wei\u00dfem Strahlen verbrennt, l\u00e4sst es abk\u00fchlen und wiegt es erneut. Die berechneten Masse-Differenzen schwanken zwar leicht, aber es l\u00e4sst sich nicht leugnen: der Verbrennungsr\u00fcckstand, das Zinn(IV)-oxid, ist schwerer als das reine Metall vor der Verbrennung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Eigentlich sollte dieses Ergebnis nicht \u00fcberraschen: der Franzose Jean Rey hatte dies schon 150 Jahre vorher entdeckt und Grens Berliner Landsmann Martin Heinrich Klaproth, der die Feinwaage zu einem hochpr\u00e4zisen Analyseinstrument weiterentwickelt hatte, war ebenfalls einige Wochen zuvor zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Trotzdem ist der Experimentator au\u00dferordentlich beunruhigt, denn dieser Befund f\u00fcgt sich nicht in sein wissenschaftliches Weltbild ein. Er widerspricht dem geltenden Paradigma und ist eigentlich undenkbar \u2013 doch die Fakten liegen auf dem Tisch.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Phlogiston.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"626\" height=\"937\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Phlogiston.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3943\" style=\"width:338px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Phlogiston.jpg 626w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Phlogiston-200x300.jpg 200w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Phlogiston-600x898.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Chemie steckte zu jener Zeit noch in den Kinderschuhen und Verbrennungsvorg\u00e4nge wurden im Rahmen der Phlogiston-Theorie gedeutet, die sich als eine Weiterentwicklung der antiken Vier-Elemente-Lehre auffassen l\u00e4sst. Ihr zufolge existiert ein geheimnisvoller Stoff, \u201ePhlogiston\u201c genannt, der bei einer Verbrennung freigesetzt wird. Wo etwas freigesetzt wird und entweicht, sollte das sich durch eine Abnahme der Masse nachweisen lassen \u2013 was meistens auch der Fall war, bei der Verbrennung von Zinn aber eben nicht. . Heute verwundert dies niemanden mehr, da man die Natur der Reduktions-Oxidations-Reaktion kennt. Zwei Molek\u00fcle Luftsauerstoff verbinden sich dabei mit einem Molek\u00fcl Zinn, ohne dass gasf\u00f6rmige Verbrennungsprodukte entstehen und entweichen (Sn<sub>2<\/sub> + 2 O<sub>2<\/sub> -> 2 SnO<sub>2<\/sub>). Jeder kann nachvollziehen, dass das Reaktionsprodukt eine deutlich gr\u00f6\u00dfere Masse haben muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Gren bediente sich eines k\u00fchnen Kunstgriffs, um passend zu machen, was nicht passte: er schrieb dem Phlogiston die bemerkenswerte Eigenschaft zu, (fallweise) ein \u201enegatives Gewicht\u201c zu haben. In langen Debatten mit Fachkollegen sah er sp\u00e4ter die Fadenscheinigkeit seiner Argumentation ein und widerrief sie. Stattdessen schrieb er kurz darauf dem Phlogiston in einer noch abenteuerlicheren Variante \u201eeine urspr\u00fcngliche Expansivkraft zu, welche das Verm\u00f6gen habe, bei Verbindung dieser Stoffe mit andern K\u00f6rpern, die Schwerkraft in den Bestandteilen der letzteren aufzuheben oder ruhend zu machen.\u201c Damit lag der Ball im Feld der Physiker, die \u00fcber diese absurde Idee nur den Kopf sch\u00fctteln konnten. Doch Prof. Dr. Friedrich Albrecht Carl Gren aus Halle geh\u00f6rte zu den wenigen Wissenschaftlern, die irgendwann zu der Erkenntnis gelangten, dass sie eine liebgewonnene Theorie fallenlassen mussten \u2013 und dies auch taten! Er wurde \u201evom Saulus zum Paulus\u201c und bek\u00e4mpfte am Ende seines Lebens mit aller Entschlossenheit eine Idee, zu deren rangh\u00f6chsten Vertretern er zuvor gez\u00e4hlt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es f\u00fchrt zu weit, die Einzelheiten der Phlogiston-Theorie auszuf\u00fchren, die sich schnell in ein ganzes Spektrum unterschiedlicher Lesarten auff\u00e4cherte. Viele chemische Reaktionen konnten die theoretischen Phlogiston-Konstruktionen elegant erkl\u00e4ren. R\u00fcckblickend wird deutlich, dass sie durchaus zum Erkenntnisgewinn beitrug, denn zum ersten Mal konnte aufgezeigt werden, dass die Verbrennung von Kohle oder Schwefel, das Rosten von Eisen und die Atmung von Lebewesen ganz eng verwandte Prozesse sind, die auf der Wechselbeziehung von Stoffen beruhen.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast g\u00e4nzlich au\u00dfer Acht gelassen hatte man jedoch die Rolle der Gase, besonders die \u00fcberragende Bedeutung des Sauerstoffs war noch nicht bekannt. Es ist haupts\u00e4chlich dem franz\u00f6sischen Chemiker Antoine de Lavoisier zu verdanken, dass die meisten Irrt\u00fcmer der Theorie in gut durchdachten Experimenten endg\u00fcltig widerlegt werden konnten, wobei ihn allerdings die Un\u00fcbersichtlichkeit ihrer Versionen schier zur Verzweiflung trieb:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3945\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-scaled.jpg 1920w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-225x300.jpg 225w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-768x1024.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/David_-_Portrait_of_Monsieur_Lavoisier_and_His_Wife-600x800.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Antoine-Laurent de Lavoisier erkannte die Bedeutung des Sauerstoffs und brachte Licht ins Dunkel der Verbrennungsvorg\u00e4nge. Er \u00e4rgerte sich allerdings \u00fcber die Vielgestaltigkeit der Theorie, die er wissenschaftlich kaum \u201ezu packen bekam\u201c.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Zuweilen durchdringt es Gef\u00e4\u00dfw\u00e4nde, zuweilen nicht; manchmal ist es im Licht enthalten, manchmal in der Holzkohle, zum Teil wird es f\u00fcr die Erkl\u00e4rung von Farben herangezogen, zum Teil f\u00fcr das Fehlen von Farben. Indem die Theorie eine solche Vielgestaltigkeit annimmt, passt sie sich in ganz unterschiedliche Erkl\u00e4rungszusammenh\u00e4nge ein. Das Phlogiston ist ein wirklicher Proteus, der jeden Augenblick seine Gestalt wechselt.<\/em>\u201c [1]<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Beschreibung dieser hochelastischen Schwamm-Theorie, die alles und nichts erkl\u00e4rt, sich mit immer neuen Zusatzhypothesen gegen jede wissenschaftliche Kritik immunisiert und den Rang eines Paradigmas f\u00fcr sich beansprucht, dr\u00e4ngt sich der folgende Vergleich geradezu auf:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Die Evolution ist das Phlogiston unserer Zeit. Evolution verl\u00e4uft normalerweise langsam, aber es k\u00f6nnen auch immer wieder sprunghafte \u00c4nderungen eintreten. Evolution kann durchschlagende Ver\u00e4nderungen erreichen oder auch alles \u00fcber Jahrmillionen hinweg konstant halten. Sie erkl\u00e4rt sowohl extreme Komplexit\u00e4t als auch genial einfache L\u00f6sungen. Evolution erkl\u00e4rt, wie die V\u00f6gel fliegen lernten und wie andere ihre Flugf\u00e4higkeit verloren haben. Evolution macht den Gepard schnell und die Schildkr\u00f6te langsam. Manche Lebewesen machte sie gro\u00df und andere klein; manche wurden farbenpr\u00e4chtig und andere langweilig grau. Die Evolution ist auf den Zufall angewiesen und ohne jede Richtung, und sie bewegt sich scheinbar doch auf ein Ziel hin. Die Natur ist eine Arena grausamen Kampfes, erweist sich aber auch als gemeinn\u00fctzig. Die erworbenen Eigenschaften werden nicht vererbt, manchmal aber doch. Die Evolution erkl\u00e4rt Gutes und B\u00f6ses, Liebe und Hass, Glaube und Atheismus. Nach der Art der Phlogiston-Theorie kann man mit ihr alles erkl\u00e4ren, doch sind die Erkl\u00e4rungen oft nicht fundiert, sondern ausgesprochen vage.<\/em>\u201c [2]<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Leisola-Evolution-Kritik-unerwunscht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"517\" height=\"711\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Leisola-Evolution-Kritik-unerwunscht.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3946\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Leisola-Evolution-Kritik-unerwunscht.jpg 517w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Leisola-Evolution-Kritik-unerwunscht-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 517px) 100vw, 517px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wer das aktuell vorherrschende Weltbild in Frage stellt, kann sich auf harsche Reaktionen gefasst machen. In diesem, sehr empfehlenswerten, Buch berichtet ein Wissenschaftler von dieser Erfahrung.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der finnische Biochemiker Matti Leisola stellt hier in fast poetischer Ausdrucksweise Phlogiston- und Evolutionstheorie [3] nebeneinander. Sein Ansatz regt zu weiteren Parallelen an. Die Phlogistontheorie kn\u00fcpfte an das Weltbild der Antike an und konnte auf eine lange geistesgeschichtliche Tradition verweisen. Konnte das, was jahrhundertelang von allen gro\u00dfen Gelehrten vertreten wurde, v\u00f6llig falsch sein? \/\/ Auch die Evolutionstheorie kn\u00fcpft an antike Entwicklungsvorstellungen an. Es handelt sich im Grunde um das gleiche, materialistische Denken, das nicht nach dem Sch\u00f6pfer fragt, sondern nach einem sch\u00f6pferischen Prinzip innerhalb des Geschaffenen sucht. Heute, im 21. Jahrhundert, feiert die Wissenschaft bahnbrechende Erfolge, wobei der Mainstream in Bezug auf Ursprungsfragen nahezu ausnahmslos im Rahmen dieses Paradigmas forscht. Kann es trotzdem falsch sein?<\/p>\n\n\n\n<p>Als die Phlogistontheorie ihren H\u00f6henflug erlebte, war die Chemie noch eher \u201eAlchemie\u201c. Neue Erkenntnisse \u00fcber Wesen und Wechselwirkung der Elemente und den Aufbau der Materie verlangten nach einer besseren Erkl\u00e4rung. \/\/ Als die Evolutionstheorie ihren Durchbruch feierte, war die Biologie, nach den Worten des Evolutionsbiologen Ulrich Kutschera, noch eine \u201eK\u00e4fer-Sammelkunst\u201c [4]. Die Zelle war damals, laut Biochemiker Michael Behe, noch eine \u201eBlack Box\u201c [5]. Als die unglaubliche Komplexit\u00e4t und Vernetztheit der Stoffwechselvorg\u00e4nge ans Licht kam, war der evolution\u00e4re Deutungsrahmen bereits fest etabliert \u2013 doch auf viele Fragen lieferte dieser (noch) keine Antwort.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-large\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"693\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford-1024x693.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3948\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford-1024x693.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford-300x203.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford-768x520.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford-600x406.jpg 600w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Rumford.jpg 1394w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stundenlang lie\u00df Benjamin Thompson, besser bekannt als \u201eGraf Rumford\u201c, stumpfe Stahlbohrer in Kanonen laufen. Er bewies damit 1798 nicht nur, dass man Wasser ohne Feuer zum Kochen bringen konnte, sondern zeigte mit einem \u201eDurchlauferhitzer\u201c auch, dass der Prozess sich endlos fortsetzen lie\u00df. Wo sollte der Nachschub an Phlogiston herkommen? \u2013 Seine Experimente versetzten dieser Idee den letzten Sto\u00df.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Fall der Phlogistontheorie gab es lange \u201eR\u00fcckzugsgefechte\u201c und einige Ideen hielten sich standhaft. Selbst der hellsichtige Lavoisier hatte keine schl\u00fcssige Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, was \u201eW\u00e4rme\u201c ist. Er etablierte die \u201eKalorische Theorie\u201c, wonach eine geheimnisvolle, unsichtbare, schwerelose Substanz, die er \u201eCalorique\u201c nannte, von Hei\u00df nach Kalt flie\u00dft. In gewisser Weise war diese Vorstellung genauso falsch wie die Phlogiston-Theorie und musste ebenfalls sp\u00e4ter verworfen werden. \/\/ Die V\u00e4ter der Evolutionstheorie postulierten geheimnisvolle Botenstoffe, die Informationen \u00fcber Anpassungen und neu erworbene Eigenschaften in die Keimzellen transportieren und so an die Nachkommenschaft weitergeben sollten. Darwin nannte sie \u201eGemmulae\u201c und bei Ernst Haeckel hie\u00dfen sie \u201ePlastidule\u201c \u2013 sie konnten jedoch genauso wenig aufgefunden oder isoliert werden, wie \u201ePhlogiston\u201c oder \u201eCalorique\u201c. Als sich wenig sp\u00e4ter herausstellte, dass Vererbung ganz anders funktioniert, f\u00fchrte dies allerdings nicht zum Zusammenbruch der Evolutionstheorie \u2013 sondern zu deren Erweiterung zur \u201eSynthetischen Evolutionstheorie\u201c. Nachdem klar geworden war, dass die Tr\u00e4ger der Erbinformation, die Gene, das Erscheinungsbild bestimmen und dass die Information nur in diese Richtung (Gensequenz \u00e0 Merkmal) und nicht andersherum flie\u00dft, f\u00fchrte man Mutationen, Fehler in den Genen, als Quelle neuer Information ein und machte dadurch den Zufall zur bestimmenden Gr\u00f6\u00dfe. Dabei ist bis heute v\u00f6llig unklar, wie der Informationsgehalt in einem System ansteigen kann, ohne dass es eine Zielsetzung gibt. Der bereits erw\u00e4hnte Kunstgriff von Gren, die Schwerkraft fallweise abzuschaffen, wirkt im Vergleich zu der atemberaubenden Idee, den Zufall zum Sch\u00f6pfer zu machen, wie ein Lausbubenstreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erkenntnis, dass <em>W\u00e4rme<\/em> nicht an \u201eW\u00e4rmeteilchen\u201c gebunden ist, weil sie eine Form von Energie ist, brachte die materiebezogene Sichtweise von Phlogiston- und Kalorischer-Theorie zu Fall. \/\/ Die Erkenntnis, dass <em>Information<\/em> nicht an einen bestimmten, materiellen Tr\u00e4ger gebunden ist, hat das Potential, die materiebezogene Sichtweise der Evolutionsvorstellungen massiv in Frage zu stellen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Information-Energie-Materie.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"625\" height=\"941\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Information-Energie-Materie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3950\" style=\"width:339px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Information-Energie-Materie.jpg 625w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Information-Energie-Materie-199x300.jpg 199w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/Information-Energie-Materie-600x903.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Die Phlogistontheorie wurde kaum angezweifelt, solange man weder das Konzept \u201eEnergie\u201c verstanden hatte (zu deren Wesen es geh\u00f6rt, dass sie von \u201eMaterie\u201c unterschieden wird), noch die beteiligten Gase kannte und darstellen konnte. \/\/ Die Evolutionstheorie wird kaum hinterfragt, solange das Konzept \u201eInformation\u201c nur unvollst\u00e4ndig verstanden ist (zu deren Wesen es geh\u00f6rt, dass sie nicht in Zufallsprozessen entstehen kann), noch der Sender, die geistige Quelle, erkannt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Phlogiston- und Evolutionstheorie lassen sich also in mehrfacher Hinsicht miteinander vergleichen. Beide haben zu viele freie Parameter, um im strengeren Sinn wissenschaftliche Voraussagen zu erm\u00f6glichen und widerlegt werden zu k\u00f6nnen. Allerdings gibt es auch einen gro\u00dfen Unterschied: Die Phlogistontheorie lie\u00df sich allein mithilfe wissenschaftlicher Methodik entkr\u00e4ften und ersetzen. Die fehlenden Puzzlest\u00fccke konnten im Rahmen der Chemie und Physik entdeckt und durch die Wirkungsweise der bekannten Naturgesetze richtig gedeutet werden. \/\/ Die Zur\u00fcckweisung der Evolutionstheorie unter Berufung auf eine geistige Quelle erfordert dagegen eine Grenz\u00fcberschreitung \u201edurch Glauben\u201c: \u201eDurch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, so dass das, was man sieht, nicht aus Erscheinendem geworden ist. (Heb 11,3). \u201eDass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind\u201c, l\u00e4sst sich nicht innerweltlich und mit den begrenzten Methoden der Wissenschaft \u201ebeweisen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wort \u201ePhlogiston\u201c leitet sich von \u201ephlogizo\u201c, dem griechischen Wort f\u00fcr \u201everbrennen; in Brand setzen\u201c, ab und kommt in der Bibel in diesen beiden Versen vor: Genauso ist es mit der Zunge: Sie ist nur ein kleines Organ unseres K\u00f6rpers und kann sich doch damit r\u00fchmen, gro\u00dfe Dinge zu vollbringen. Wie ist es denn beim Feuer? Ein Funke gen\u00fcgt, um einen ganzen Wald <em>in Brand zu setzen<\/em>! Auch die Zunge ist ein Feuer; sie ist \u2013 mehr als alle anderen Teile des K\u00f6rpers \u2013 ein Mikrokosmos unserer unheilvollen Welt. Unser ganzes Wesen wird von ihr vergiftet; sie <em>setzt<\/em> die gesamte menschliche Existenz <em>in Brand<\/em> mit einem Feuer, das die H\u00f6lle selbst in ihr entz\u00fcndet. (Jak 3,5.6 NG\u00dc). Was hier \u00fcber die Zunge des Menschen und ihre Wirkung gesagt wird, hat viel mit dem Thema \u201eHei\u00dfe Luft\u201c zu tun. Es sind genug wirre Ideologien, \u201eVerschw\u00f6rungstheorien\u201c und \u201efake news\u201c in Umlauf \u2013 das, was Christen von sich geben, sollte sich davon unterscheiden lassen: \u201eWenn ihr Au\u00dfenstehenden \u00fcber euren Glauben Auskunft gebt, so tut es immer freundlich und in ansprechender Weise. Bem\u00fcht euch, f\u00fcr jeden und jede die treffende Antwort zu finden\u201c (Kol 4,6 GN \u2013 sehr frei, aber treffend, \u00fcbersetzt).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">Fu\u00dfnoten:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">[1] Antoine de Lavoisier: R\u00e9flexions sur le phlogistique, pour servir de suit \u00e0 la th\u00e9orie de la combustion et de la calcination, a. a. O., S. 640 (zitiert nach A. Schwarz: Das bunte Gewand der Theorie, S. 35)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">[2] Matti Leisola: Evolution \u2013 Kritik unerw\u00fcnscht, S. 188<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">[3] \u201eEvolutionstheorie\u201c bezeichnet hier das biologische Konzept einer gemeinsamen Abstammungs- und Entwicklungsgeschichte der Lebewesen, wie es heute im Mainstream der Scientific Community vertreten wird (Synthetische Evolutionstheorie, STE, modern synthesis).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">[4] Ulrich Kutschera: \u201eWir sind nur eine von Millionen Tierarten\u201c, Focus-Interview 31.03.2014<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">[5] Michael Behe: Darwin&#8217;s Black Box: The Biochemical Challenge to Evolution. 1996<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">Bildquellennachweis:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\">Wikipedia: Portrait de Monsieur de Lavoisier et sa femme Marie-Anne Pierrette Paulze \/ Jacques-Louis David<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\" style=\"line-height:1\"><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Halle, Friedrichs-Universit\u00e4t, 1790.<br \/> Wieder und wieder greift Prof.<br \/> Gren in seinem Chemielaboratorium zu einem neuen Keramiktiegel, pr\u00fcft ihn sorgf\u00e4ltig, wiegt ihn genau, f\u00fcllt Zinnpulver ein,[\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3943,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"remove_blocks_before_content":false,"remove_blocks_after_content":false,"disable_reading_progress_bar":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[67,9],"tags":[],"class_list":["post-3942","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-history","category-prehistory"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3942","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3942"}],"version-history":[{"count":20,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3942\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4188,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3942\/revisions\/4188"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3943"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3942"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3942"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3942"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}