{"id":5710,"date":"2026-05-19T00:01:45","date_gmt":"2026-05-18T23:01:45","guid":{"rendered":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/?p=5710"},"modified":"2026-05-19T00:05:24","modified_gmt":"2026-05-18T23:05:24","slug":"moth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/moth","title":{"rendered":"Schmetterlinge und Motten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size\">Viele Menschen denken bei dem Stichwort \u00bbSch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung\u00ab spontan an Schmetterlinge. Ihre Vielfalt ist so un\u00fcberschaubar, dass etwa 180.000 Artnamen vergeben wurden \u2013 das ist ein Zehntel aller Tierarten insgesamt! Mit ihren leuchtstarken, schillernden Farben und ausgefallenen Zeichnungen sind viele ein atemberaubender Anblick.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts ihrer auff\u00e4lligen Pr\u00e4senz ist es erstaunlich, dass bei dieser ganzen F\u00fclle nur die unscheinbaren und sch\u00e4dlichen Motten in der Bibel erw\u00e4hnt werden. Die Gruppe der Schmetterlinge (<em>Lepidoptera<\/em>) umfasst alle \u00bbSchuppenfl\u00fcgler\u00ab (das ist die Bedeutung dieses griechischen Namens), aber statt der Pracht der bunten Falter, Spanner, Spinner und Schw\u00e4rmer werden in der Bibel lediglich die unscheinbaren Motten und Z\u00fcnsler mit ihrer zerst\u00f6rerischen Fressgier beschrieben. Sie werden in sieben Versen mit dem hebr\u00e4ischen Wort <em>asch<\/em> und in drei Versen mit dem griechischen <em>ses<\/em> (Mt 6,19.20; Lk 12,33) bezeichnet. Davon abgeleitet findet sich das Verb <em>setobrotos<\/em> (Jak 5,2) mit der Bedeutung \u00bbvon Motten zerfressen\u00ab. Dann gibt es noch einen Namen, der jedem Kammerj\u00e4ger gut stehen w\u00fcrde: Magpiasch (Neh 10,21) mit der Bedeutung \u00bbMottent\u00f6ter\u00ab.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-viel-fras.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"947\" height=\"674\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-viel-fras.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5712\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-viel-fras.jpg 947w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-viel-fras-300x214.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-viel-fras-768x547.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-viel-fras-600x427.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 947px) 100vw, 947px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">viel:fra\u00df \u2013 Wer Motten studieren m\u00f6chte, braucht nicht lange suchen \u2026 Die kleinen W\u00fcrmchen mit dem gewaltigen Appetit fressen die Fasern, die sie umgeben nicht nur auf, sondern bauen auch l\u00e4ngliche Raupens\u00e4cke daraus. Im Bild oben rechts sieht man ein zartes Gespinst samt Bewohner. Es hing an der Decke eines alten Kleiderschranks im Keller \u2013 typisch! Auch im Museum hat der Autor leider wenig Freude an den zerst\u00f6rerischen Mitbewohnern: Der wundersch\u00f6ne M\u00e4usebussard flog uns 2021 als Spende zu, dann entdeckten ihn die Motten und zwei Jahre sp\u00e4ter taugte er nur noch als Vogelscheuche. Im Bild unten rechts sind die \u00dcbelt\u00e4ter und ihre Wohnr\u00f6hren in den Haarb\u00fcscheln eines anderen ausgestopften Tieres zu sehen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>faser:fresser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der besonderen Rolle als Textilsch\u00e4dling ist eindeutig die Kleidermotte (<em>Tineola bisselliella<\/em>) oder Pelzmotte (<em>Tinea pellionella<\/em>) gemeint: \u00bballesamt werden sie zerfallen wie ein Kleid, die Motte wird sie fressen\u00ab (Jes 50,9, vgl. Hi 13,28; Jes 51,8; Jak 5,2). Genaueres \u00fcber den Mottenfra\u00df wird in der Bibel nicht beschrieben, aber in der privaten Korrespondenz eines altassyrischen Kaufmanns in Kani\u0161 (Ausgrabung von K\u00fcltepe, heute in Anatolien, T\u00fcrkei) werden einige Alltagssorgen des Altertums aufgez\u00e4hlt. Durch sein umfangreiches Archiv ist uns dieser Mann, namens Alahum, heute besser bekannt als viele bedeutende Herrscher der fr\u00fchen Weltgeschichte. Sein Sohn A\u0161\u0161ur-takl\u0101ku reiste als Handelsvertreter des Familienunternehmens herum und unterhielt viele, wie sein Vater behauptet, rein gesch\u00e4ftliche Kontakte. Dabei geriet er in Verdacht mit dem Prinzen einer konkurrierenden Nachbarstadt zu kollaborieren, und landete in Untersuchungshaft. Als er wieder freigelassen wurde, bemerkte er, dass Motten w\u00e4hrend seiner Abwesenheit das Textillager der Firma entdeckt, bereits 200 Kleider zerfressen und damit einen Schaden von f\u00fcnf Minen (= 2,5 Kilogramm) Silber verursacht hatten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1191\" height=\"731\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5713\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher.jpg 1191w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher-300x184.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher-1024x629.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher-768x471.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Mottenlocher-600x368.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1191px) 100vw, 1191px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>motten:men\u00fc<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das ist typisch f\u00fcr die Kleidermotte. Ihre Raupen leben bis zu sechs Monate lang und haben gro\u00dfen Appetit. Sie ern\u00e4hren sich fast ausschlie\u00dflich von Keratinen, also wasserunl\u00f6slichen Eiwei\u00dfmolek\u00fclen, aus denen z\u00e4he und belastbare Faserstrukturen wie Haare, Federn, Fingern\u00e4gel, Hufe oder H\u00f6rner bestehen. Nur wenige Tiere k\u00f6nnen diese garstige Kost verdauen, und die Motten haben sich damit eine exklusive Ressource erschlossen, f\u00fcr die sich niemand sonst interessiert. Als besondere Anpassung gewinnen sie ihr Wasser chemisch und k\u00f6nnen in knochentrockener Umgebung \u00fcberleben, ohne jemals zu trinken. Es gibt nur eine Sache, die sie \u00fcberhaupt nicht ausstehen k\u00f6nnen: durch Ersch\u00fctterungen gest\u00f6rt zu werden. Ein Kleiderschrank, dessen Inhalt st\u00e4ndig in Bewegung gehalten wird, ist deswegen kaum bedroht. Auch Teppiche werden normalerweise nur an gesch\u00fctzten Stellen (zum Beispiel unter M\u00f6belst\u00fccken) angeknabbert. Sie scheinen einen besonderen Riecher daf\u00fcr zu haben, genau jene Orte aufzusuchen, die l\u00e4nger nicht gel\u00fcftet wurden (Keller, Dachb\u00f6den) \u2013 in der naheliegenden Annahme, dass sie dort im n\u00e4chsten halben Jahr voraussichtlich ungest\u00f6rt bleiben. Die erwachsenen Tiere leben nur wenige Tage, gerade lange genug, um sich fortzupflanzen, und essen nichts mehr. Der Umstand, dass nur die wurm\u00e4hnlichen Raupen der Motten Fra\u00dfsch\u00e4dlinge sind, erkl\u00e4rt, warum sie (ebenso wie die Fliegenmaden) mitunter als \u00bbW\u00fcrmer\u00ab bezeichnet werden. Auch im Englischen wird zum Beispiel die Kornmotte (<em>Nemapogon granella<\/em>) als \u00bbgrain worm\u00ab, also \u00bbKornwurm\u00ab, bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1189\" height=\"779\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5714\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter.jpg 1189w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter-300x197.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter-768x503.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter-870x570.jpg 870w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-struwwel-peter-600x393.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1189px) 100vw, 1189px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">struwwel:peter \u2013 Die erwachsene Kleidermotte (<em>Tineola bisselliella<\/em>) sieht mit ihren schwarzen Knopfaugen, der wirren Frisur und den fransigen Fl\u00fcgeln niedlich und unschuldig aus. Ist sie auch! \u2013 die \u00dcberf\u00e4lle auf Textilien waren \u00bbJugends\u00fcnden\u00ab. Seit ihrer Verpuppung frisst sie nichts mehr.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend ihnen fr\u00fcher gro\u00dfe Mengen wertvoller Textilien und Gebrauchsgegenst\u00e4nde zum Opfer fielen, spielt der Mottenfra\u00df heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Das liegt vor allem an einer verbesserten Wohnhygiene und Versiegelung, aber auch daran, dass der Anteil von Textilien aus Wolle, Fell oder Pelz und auch die Verwendung von echtem Horn (in Gebrauchsgegenst\u00e4nden und Kn\u00f6pfen) und Federn (als F\u00fcllmaterial) stark abgenommen hat. Pflanzliche Fasern wie Baumwolle und Leinen oder gar Synthetik interessieren die Motten nicht. Au\u00dferdem wurde schon 1922 von der Firma BAYER mit dem Produkt Eulan\u00ae das erste Mottenschutzmittel auf den Markt gebracht, mit dem sich ein Befall sehr effektiv bek\u00e4mpfen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>schatz:frage<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es eine Gemeinsamkeit bei der Ern\u00e4hrung der echten Motten gibt, ist es die, dass es (so gut wie) keine Gemeinsamkeiten gibt. Jede Art ist spezifisch auf irgendeine, oft exotische, Grundnahrung spezialisiert und viele kommen damit dem Menschen in die Quere und werden als Sch\u00e4dlinge angesehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Korkmotte (<em>Nemapogon cloacella<\/em>) richtet in der freien Natur kaum Schaden an. An der dicken Korkrinde der Korkeiche fallen ihre dezenten Fra\u00dfspuren kaum auf. Entdeckt sie allerdings einen Weinkeller, wandert sie von einer Flasche zur n\u00e4chsten und frisst sich durch die Flaschenkorken. Der Verschluss wird undicht und der Wein verdirbt. Die Kornmotte (<em>Nemapogon granella<\/em>) ist ein Vorratssch\u00e4dling, der sich \u00fcber Getreide, H\u00fclsenfr\u00fcchte, Trockenfr\u00fcchte und N\u00fcsse her macht. Die Gro\u00dfe Wachsmotte (<em>Galleria mellonella<\/em>) ist sogar in der Lage, Bienenwachs zu verdauen. Der Apfelwickler (<em>Cydia pomonella<\/em>) ist nicht so w\u00e4hlerisch und verzehrt au\u00dfer \u00c4pfeln auch die Fr\u00fcchte von Birne, Quitte, Aprikose, Pfirsich, Pflaume, Kirsche, Wei\u00dfdorn, Edelkastanie, Walnuss und Feige. Sein Spektrum \u00fcberschneidet sich mit dem des Pflaumenwicklers (<em>Grapholita funebrana<\/em>), der Pflaumen bevorzugt, Aprikose, Birnen und Kirschen aber ebenfalls mag. Das Wei\u00dfgraue Flechtenb\u00e4rchen (<em>Eilema caniola<\/em>) ern\u00e4hrt sich, wie seine ganze Gattung, fast ausschlie\u00dflich von Flechten und Gr\u00fcnalgen, die es von allen m\u00f6glichen Oberfl\u00e4chen herunterraspelt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-auf-wachsen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"904\" height=\"763\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-auf-wachsen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5715\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-auf-wachsen.jpg 904w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-auf-wachsen-300x253.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-auf-wachsen-768x648.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-auf-wachsen-600x506.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 904px) 100vw, 904px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">auf:wachsen \u2013 Die Gro\u00dfe Wachsmotte (<em>Galleria mellonella<\/em>) ern\u00e4hrt sich haupts\u00e4chlich von Bienenwachs und Pollenresten. Sie \u00e4rgert zwar die Imker, ist aber auch n\u00fctzlich. Als K\u00f6der wird sie von Anglern und als Lebendfutter von Terraistikern gesch\u00e4tzt \u2013 von ihnen wird sie als Bienen- oder Honigmade bezeichnet. Weil sie sich einfach halten und schnell vermehren l\u00e4sst, wird sie auch gerne als Versuchstier in der Zoologie eingesetzt. So fand man heraus, dass sie einen Rekord h\u00e4lt: kein anderes Tier kann so hohe T\u00f6ne h\u00f6ren \u2013 bis 300 kHz! Was sie da genau h\u00f6rt, ist bisher noch ihr Geheimnis \u2013 die h\u00f6chsten bekannten tierischen Laute erzeugen die Flederm\u00e4use, aber sie erreichen nur 212 kHz.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Scheinbar gibt es f\u00fcr jedes organische Material irgendeinen Konsumenten, und sogar die meisten anorganische Materialien werden, wenn nicht durch Lebewesen, dann doch durch nat\u00fcrliche Prozesse (wie Oxidation und Erosion) zersetzt. \u00dcberraschend ist, dass selbst Dinge, die als nahezu unverg\u00e4nglich gelten, wie etwa reines Gold, oft \u00fcber Nacht verschwinden. Der Herr Jesus nimmt Bezug auf diese leidige Erfahrung und verweist auf die einzig sichere Anlagem\u00f6glichkeit: \u00bbSammelt euch nicht Sch\u00e4tze auf der Erde, wo Motte und Rost zerst\u00f6ren und wo Diebe einbrechen und stehlen; sammelt euch aber Sch\u00e4tze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerst\u00f6ren und wo Diebe nicht einbrechen und nicht stehlen\u00ab (Mt 6,19.20).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>maison:de-la-motte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Viele Schmetterlingsarten bauen Raupens\u00e4cke und dies wird in der Bibel beschrieben: \u00bbEr hat sein Haus gebaut wie die Motte, und der H\u00fctte gleich, die ein W\u00e4chter sich macht\u00ab (Hi 27,18). Der Vers besagt, dass es sich um kurzlebige und provisorische Unterk\u00fcnfte handelt, wie der Unterschlupf aus Laub und Zweigen, den ein W\u00e4chter oder Beobachter sich drau\u00dfen errichtet (vgl. Jes 1,8; Jona 4,5).<\/p>\n\n\n\n<p>Meistens werden diese S\u00e4cke mitgeschleift, aber einige Arten verlassen sie auch f\u00fcr kurze Ausfl\u00fcge. Sehr auff\u00e4llig sind die Konstruktionen, die die Echten Sacktr\u00e4ger (<em>Psychidae<\/em>) aus Nadeln, \u00c4stchen, Laub und kleinen Steinen zusammenkleben. Wie das abgebildete Experiment zeigt, sind sie dabei nicht w\u00e4hlerisch.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"617\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5716\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-scaled.jpg 2560w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-300x72.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-1024x247.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-768x185.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-1536x370.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-2048x494.jpg 2048w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-getreide-sack-600x145.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">getreide:sack \u2013 Der Gro\u00dfe Rauch-Sacktr\u00e4ger (<em>Psyche crassiorella<\/em>) verwendet f\u00fcr seinen Raupensack alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Der Autor f\u00fchrte ein kleines Experiment durch, um zu sehen, wie w\u00e4hlerisch er dabei ist. Seine dekorative \u00bbH\u00fctte\u00ab aus Holzst\u00fcckchen wurde ihm vorsichtig abgenommen (was ihm ganz und gar nicht recht war). Dann wurde er in eine kleine Tupperdose gesetzt, die mit einer Mischung aus Reis- und Sesamk\u00f6rnern gef\u00fcllt war. Nachdem er sich gr\u00fcndlich umgesehen und nichts anderes gefunden hatte, begann er noch am gleichen Tag, das ungewohnte und sperrige Baumaterial zu einer neuen, bemerkenswert stabilen Wohnr\u00f6hre zusammenzuleimen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>wunder:wurm<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt einen Auftrags-Saboteur, der sich bisher nicht biologisch zu ordnen l\u00e4sst: \u00bbUnd Gott der Herr bestellte einen Wunderbaum und lie\u00df ihn \u00fcber Jona emporwachsen, damit Schatten \u00fcber seinem Haupt w\u00e4re, um ihn von seinem Missmut zu befreien; und Jona freute sich \u00fcber den Wunderbaum mit gro\u00dfer Freude. Aber am n\u00e4chsten Tag beim Aufgang der Morgenr\u00f6te bestellte Gott einen Wurm [<em>tola<\/em>], und dieser stach den Wunderbaum, so dass er verdorrte\u00ab (Jona 4,6.7). Da <em>tola<\/em> h\u00e4ufig Maden bezeichnet, liegt es nahe, in dieser Kategorie nach dem kleinen Gerichtsvollzieher zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Jona-rotated.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"710\" height=\"944\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Jona-rotated.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5717\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Jona-rotated.jpg 710w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Jona-226x300.jpg 226w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Jona-600x798.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Dazu w\u00e4re es hilfreich, zun\u00e4chst einmal den \u00bbWunderbaum\u00ab genauer bestimmen zu k\u00f6nnen. Es stimmt zwar, dass das moderne hebr\u00e4ische Wort <em>kikajon<\/em> heute <em>Ricinus communis<\/em> bezeichnet, die j\u00fcdische Tradition ihn so zuordnet und einer der deutschen Trivialnamen (neben L\u00e4usebaum, Hundsbaum, Kreuzbaum und Christuspalme) auch \u00bbWunderbaum\u00ab hei\u00dft, aber es ist fraglich, wie stichhaltig das ist. Die meisten deutschen \u00dcbersetzungen orientieren sich heute an diesen Hinweisen und bevorzugen die Lesart \u00bbRizinus(staude)\u00ab. Die meisten englischen \u00dcbersetzungen dagegen lehnen sich nicht so weit aus dem Fenster und belassen es bei allgemeinen Begriffen wie \u00bbplant\u00ab oder \u00bbbush\u00ab. Andere \u00fcbersetzen mit \u00bbvine\u00ab oder folgen der LXX, die hier mit \u00bbKoloquinte\u00ab \u00fcbersetzt und benutzen dort \u00bbgourt\u00ab (ein K\u00fcrbisgew\u00e4chs). In der lateinischen Vulgata wird das Wort <em>hedera<\/em> (= Efeu) und in einigen Versionen der Vetus Latina das Wort <em>cucurbita<\/em> (= K\u00fcrbis) verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Sollte es sich tats\u00e4chlich um eine Rizinusstaude gehandelt haben, so ist bemerkenswert, dass diese sich mit hohen Konzentrationen von Ricinin in allen Pflanzenteilen sch\u00fctzt. Es handelt sich um ein starkes Gift, dass f\u00fcr fast alle Tiere, auch f\u00fcr die meisten Insekten, t\u00f6dlich ist. Sie hat deswegen kaum Fressfeinde, die sich an ihr g\u00fctlich tun. Dementsprechend gro\u00df war das Aufsehen, als 2005 eine Schmetterlingsart entdeckt wurde, deren Raupen sich ausschlie\u00dflich vom Rizinus er n\u00e4hren. Bisher wurde sie nur im K\u00fcstengebiet Israels nachgewiesen (andere Vertreter ihrer Gattung kommen in S\u00fcdindien vor): die zu den B\u00e4renspinnern z\u00e4hlende Nachtfalterart <em>Olepa schleini<\/em>. Sie wird bereits als \u00bbJonas-Wurm\u00ab gefeiert, wobei man nicht vergessen darf, dass der biblische Akteur nicht in Israel, sondern vor den Toren Ninives (im n\u00f6rdlichen Zweistromland, heute Irak) sein Unwesen trieb.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-gemuse-gericht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"887\" height=\"715\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-gemuse-gericht.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5718\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-gemuse-gericht.jpg 887w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-gemuse-gericht-300x242.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-gemuse-gericht-768x619.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-gemuse-gericht-600x484.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 887px) 100vw, 887px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">gem\u00fcse:gericht \u2013 Die Raupen des abgebildeten B\u00e4renspinners <em>Olepa schleini<\/em> ern\u00e4hren sich von den Bl\u00e4ttern der Rizinusstaude, die f\u00fcr die meisten Insekten giftig sind. Sie werden deshalb als m\u00f6gliche Kandidaten f\u00fcr den \u00bbWunderwurm\u00ab gehandelt. Allerdings zeigt ihr Fra\u00dfbild, dass sie sich auf das Mesophyll, die Fl\u00e4che zwischen den Blattadern, beschr\u00e4nkt. Eine einzelne Raupe kann den Staudensturz deswegen eigentlich nicht verursacht haben.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Selbst wenn die Zuordnung zu Rizinus und Olepa-Raupe eindeutig m\u00f6glich w\u00e4re, bliebe festzuhalten, dass weder die Staude so schnell w\u00e4chst, dass sie innerhalb einer Nacht (!) eine Gr\u00f6\u00dfe erreicht, die einem Menschen Schatten spenden k\u00f6nnte, noch dass eine einzelne Raupe der Pflanze so schaden k\u00f6nnte, dass diese am n\u00e4chsten Tag keinen Schatten mehr spendet. Diese Episode ist, wie fast alles im Buch Jona, ein durchweg \u00fcbernat\u00fcrlicher Vorgang. Bibel\u00fcbersetzungen wie AElb, \u00dcElb und TS tragen dem Rechnung, indem sie den <em>kikajon<\/em> als \u00bbWunderbaum\u00ab stehen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>falters:grenzen<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den meisten F\u00e4llen sind besondere Anpassungen erforderlich, um eine ungew\u00f6hnliche Nahrungsquelle nutzen zu k\u00f6nnen. Gem\u00e4\u00df Evolutionstheorie sollte sich dies gerade dort, wo die Best\u00e4ubung von Pflanzen eine Rolle spielt, als <em>Koevolution<\/em> beobachten lassen \u2013 also als Prozess <em>wechselseitiger<\/em> Anpassung der Partner. Diese Anpassungen bewegen sich meistens in einem Rahmen, der mit den normalen Mechanismen von Variation, Epigenetik und Selektion erkl\u00e4rbar ist, zeigen also nichts von \u00bbH\u00f6herentwicklung\u00ab oder dem Zugewinn genetischer Information.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl diese Beispiele also von vornherein nicht dazu taugen, \u00bbMakroevolution\u00ab zu belegen, lassen sie in den meisten F\u00e4llen au\u00dfer dem noch die tats\u00e4chliche Vernetztheit vieler Faktoren au\u00dfer Acht. Ein Riesenhype wurde um einen Falter gemacht, der belegen soll, dass sich Evolution voraussagen l\u00e4sst. Als Charles Darwin die Orchidee \u00bbStern von Madagaskar\u00ab (<em>Angraecum sesquipedale<\/em>) untersuchte, deren Nektar sich am Boden eines bis zu \u00fcber 40 Zentimeter langen Bl\u00fctensporns befindet, sagte er voraus, dass es in Madagaskar Schmetterlinge geben m\u00fcsse, deren Saugr\u00fcssel (Proboscis) diese L\u00e4nge erreiche. Dies lie\u00df sich nicht best\u00e4tigen. Man entdeckte aber 1903 immerhin, dass eine Art, die man aus Ostafrika bereits kannte, auch auf Madagaskar vorkommt. Dies gilt f\u00fcr viele Schmetterlingsarten und sollte kaum weiter \u00fcberraschen. In diesem Fall wurde die Entdeckung jedoch als exakte Best\u00e4tigung von Darwins Vorhersage gefeiert und der Falter auf der Insel bekam den Beinamen \u00bb<em>praedicta<\/em>\u00ab \u2013 \u00bbder Vorausgesagte\u00ab. Ein kleiner Sch\u00f6nheitsfehler ist allerdings, dass die Saugr\u00fcssel von den madegassischen <em>Xanthopan morganii praedicta<\/em> auch nicht l\u00e4nger werden als die ihrer afrikanischen Geschwister: im Mittel knapp 21 Zentimeter.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1183\" height=\"723\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-an-sporn.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5719\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-an-sporn.jpg 1183w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-an-sporn-300x183.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-an-sporn-1024x626.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-an-sporn-768x469.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-an-sporn-600x367.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1183px) 100vw, 1183px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">an:sporn \u2013 Weil bestimmte Orchideen ihren Nektar auf dem Boden eines immer l\u00e4nger werdenden Sporns verbargen, musste die Evolution ihre Best\u00e4uber mit immer l\u00e4ngeren Saugr\u00fcsseln ausstatten. Das klingt logisch und <em>Xanthopan morganii<\/em>, ein Nachtfalter aus der Familie der Schw\u00e4rmer, pr\u00e4sentiert hier seinen beeindruckenden Schlauch.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Damit erreichen sie nur bei sehr kleinen Bl\u00fcten den Nektar der Sternorchidee. Um der Geschichte etwas mehr Bedeutung zu verleihen, wurde versucht, die \u00bb<em>Xanthopan praedicta<\/em>\u00ab als eigene Art zu deklarieren \u2013 obwohl die Unterschiede so gering sind, dass sie nicht einmal von allen als Unterart von <em>X. morganii<\/em> anerkannt wurde. Jedenfalls hat eine deutsche Arbeitsgruppe 2017 mit dem Modell einer \u00bbmolekularen Uhr\u00ab berechnet, wann sich der madegassische Zweig der Falter von seiner ostafrikanischen Herkunftsform abgespalten hat und wann die Orchidee mit dem extralangen Sporn auftaucht. In den Medien wurde verbreitet, das sei \u00bbfast exakt zeitgleich\u00ab gewesen, n\u00e4mlich vor 7,4 (Falter) und 7,5 (Orchidee) Millionen Jahren. Wenn man sich die Genauigkeit der Methode ansieht, ergibt sich ein etwas anderes Bild \u2013 f\u00fcr den Falter 7,4 \u00b1 2,8 und f\u00fcr die Orchidee 7,5 \u00b1 5,2 Millionen Jahre. Obwohl von der Geschichte nicht viel \u00fcbriggeblieben ist, gilt sie nach wie vor als Paradebeispiel f\u00fcr Koevolution.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-stil-blute.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"952\" height=\"718\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-stil-blute.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5720\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-stil-blute.jpg 952w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-stil-blute-300x226.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-stil-blute-768x579.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-stil-blute-600x453.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 952px) 100vw, 952px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">stil:bl\u00fcte \u2013 Die biologische Realit\u00e4t ist meistens um Gr\u00f6\u00dfenordnungen komplexer als die vorgeschlagenen Modelle. Bei dieser gegenseitigen Anpassung (Koevolution) h\u00e4tten sich hier nur die Gr\u00f6\u00dfenverh\u00e4ltnisse leicht ver\u00e4ndert, wozu weder neue genetische Information noch planerische Intelligenz ben\u00f6tigt werden (Mikroevolution). In diesem Fall trifft nicht einmal das zu. Dieses Foto war der erste Beleg daf\u00fcr, dass die beiden Partner sich tats\u00e4chlich finden, was nur sehr selten vorzukommen scheint. Die rot gestrichelte Linie zeigt den Weg des Saugr\u00fcssels in den Bl\u00fctensporn (aus Wasserthal 2011).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Wenn sich jemand fragt, warum solche \u00bbkrummen\u00ab Beispiele immer noch in so gro\u00dfer Zahl in Medien und Schulb\u00fcchern auftauchen, ist die Antwort wohl oft: \u00bbWeil niemand in den Urwald zog und die Geschichte geradebog\u00ab \u2013 es gibt einfach nicht gen\u00fcgend kritische Wissenschaftler, die au\u00dferhalb des Evolutionsparadigmas forschen, um alle modernen M\u00e4rchen zu entzaubern (und au\u00dferdem will das kaum jemand h\u00f6ren).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>mogel:motte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch faszinierender und vor allem viel bekannter ist das Lehrbuchbeispiel des Birkenspanners (<em>Biston betularia<\/em>). Er z\u00e4hlt zu den Nachtfaltern, die umgangssprachlich als \u00bbMotten\u00ab bezeichnet werden, auch wenn das taxonomisch nicht korrekt ist. Man bemerkte, dass die dunkle Form des Falters w\u00e4hrend der Hochphase der britischen Industrialisierung zwischen 1850 und 1920 h\u00e4ufiger auftrat. Der Schmetterlingsforscher Joseph William Tutt \u00e4u\u00dferte schon 1896 die Vermutung, dass dies mit der zunehmenden Umweltverschmutzung zu tun haben k\u00f6nnte, durch die helle Flechten auf der Baumrinde der Birken absterben und den Untergrund dunkler erscheinen lassen. Bernard Kettlewell dokumentierte sp\u00e4ter, dass sich die Verschiebung der hellen und dunklen Form nach 1950 wieder umkehrte und f\u00fchrte Experimente durch, um den ganzen Vorgang als Selektionsprozess verst\u00e4ndlich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1730\" height=\"942\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5721\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk.jpg 1730w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk-300x163.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk-1024x558.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk-768x418.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk-1536x836.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/blend-werk-600x327.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1730px) 100vw, 1730px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">blend:werk \u2013 Zweifellos passt die helle Variante des Birkenspanners (<em>Biston betularia<\/em>) optisch gut zu einem gesunden Birkenstamm. So schwarz verru\u00dft wie der obere Bereich des mittleren Bil des, waren wohl auch im stark industrialisierten Gro\u00dfbritannien die B\u00e4ume nur selten, was schon fr\u00fch Zweifel an dieser h\u00fcbschen Geschichte weckte. Inzwischen ist klar, dass helle und dunkle Varianten schon immer Seite an Seite auftraten. Ob die Umweltverschmutzung durch Ru\u00dfpartikel bei der Verschiebung der H\u00e4ufigkeitsverh\u00e4ltnisse eine Rolle spielt, lie\u00df sich bisher nicht eindeutig belegen. Die Birkenspanner-Story ist kein aussagekr\u00e4ftiges Beispiel f\u00fcr nat\u00fcrliche Auslese (die es nat\u00fcrlich gibt!).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Es erstaunt im Nachhinein immer noch, was aus dieser simplen Vermutung geworden ist. Niemand bestreitet, dass derartige Vorg\u00e4nge \u2013 die Verschiebung der Zahlenverh\u00e4ltnisse bereits existierender Formen (Morphen) in Abh\u00e4ngigkeit von Umweltver\u00e4nderungen \u2013 st\u00e4ndig erfolgen. Selbst wenn die dunkle Form neu aufgetaucht w\u00e4re, w\u00e4re es lediglich ein Beispiel f\u00fcr die Variation der Pigmentbildung (Melanisierung), wof\u00fcr es viele bekannte Beispiele (besonders aus der Tierzucht) gibt. Weil dieser Vorgang aber als Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr \u00bbEvolution in Aktion\u00ab herhalten musste, rief dies Kritiker auf den Plan, und das sch\u00f6ne Konstrukt wurde restlos demontiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste Problem ist, dass der Birkenspanner, was seine Nahrung betrifft, polyphag ist \u2013 ein Generalist also, der zum Beispiel in Deutschland 45 verschiedene B\u00e4ume und Str\u00e4ucher anknabbert. Es verbindet ihn daher trotz seines determinativen deutschen Namens keine be sondere Freundschaft mit der Birke (im Englischen hei\u00dft er \u00bbpeppered moth\u00ab). Aber es kommt noch dicker \u2013 in Feldstudien fand man heraus, dass er sich fast nie auf Birkenst\u00e4mmen niederl\u00e4sst. Im Wissenschaftsbetrieb wurden erste Betrugsvorw\u00fcrfe laut: Die Experimente von Kettlewell lie\u00dfen keine R\u00fcckschl\u00fcsse darauf zu, was in der Natur tats\u00e4chlich vorginge. Es lie\u00df sich sogar zeigen, dass die Falter (im Gegensatz zu vielen anderen Insekten) dem Hintergrund, der am besten zu ihrer F\u00e4rbung passt, gar keinen Vorzug geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint allerdings in den Biowissenschaften einen Konsens dar\u00fcber zu geben, dass Beispiele, die einmal \u00f6ffentlichkeitswirksam f\u00fcr die Evolutionstheorie ins Feld gef\u00fchrt wurden, keinesfalls wieder zur\u00fcckgezogen werden d\u00fcrfen. Der britische Evolutionsbiologe Michael Majerus widmete sein ganzes Berufsleben der Bek\u00e4mpfung des Sch\u00f6pfungsglaubens. Er <em>best\u00e4tigte<\/em>, dass die Kritik an der Birkenspanner-Story in allen Punkten berechtigt ist \u2026 &#8211; und kam trotzdem zu der Schlussfolgerung, sie sei \u00bbnach wie vor eines der klarsten und am leichtesten verst\u00e4ndlichen Beispiele f\u00fcr die darwinistische Evolution in Aktion und sollte als solches im Biologieunterricht behandelt werden.\u00ab Das kann man am\u00fcsant, schizophren oder realit\u00e4tsfern finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine letzten Experimente wurden von anderen Forschern nach seinem Tod ver\u00f6ffentlicht \u2013 mit der Behauptung, Majerus habe Kettlewells Ergebnisse am Ende doch noch nachvollziehen k\u00f6nnen, obwohl Majerus selbst sich nie in diesem Sinn ge\u00e4u\u00dfert hatte. Seit mehr als f\u00fcnfzig Jahren tobt nun ein \u00bbBirkenspanner-Krieg\u00ab und hunderte von wissenschaftlichen Publikationen befassen sich damit. Die Pointe ist, dass sich das Fazit aus der ganzen Geschichte ins Gegenteil verkehrt hat. Die Betrachtung eines vermeintlich einfachen Beispiels f\u00fcr nat\u00fcrliche Selektion f\u00fchrte zu einer jahrzehntelangen Wissenschaftsdiskussion. Das zeigt jedem aufmerksamen Beobachter, dass wir heute trotz aller Detailkenntnis oft noch nicht einmal in der Lage sind, einen schlichten Anpassungsprozess vollst\u00e4ndig zu verstehen. Wenn dann die gleiche Evolutionsbiologie vollmundig verk\u00fcndet, man habe \u00bbim Prinzip\u00ab verstanden, wie eine Entwicklungsgeschichte \u00bbvon der Am\u00f6be bis Goethe\u00ab abgelaufen sein k\u00f6nnte, er\u00fcbrigt sich jeder Kommentar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>trachten:verein<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Verallgemeinernd l\u00e4sst sich \u00fcber die ausgewachsenen Schmetterlinge und ihre Raupen sagen, dass sie keine gro\u00dfen K\u00e4mpfer sind, sondern sich meistens auf passive Schutz- und Abwehrstrategien verlassen. Eine besondere Bedeutung hat hier ein vielf\u00e4ltiges Repertoire an vortrefflicher Camouflage und vor allem die \u00bbgezielte\u00ab Nachahmung verschiedener Signale.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Biologie wird im Abwehrverhalten klassisch unterschieden zwischen der Tarntracht, bei der die Konturen eines Lebewesens durch Farbe, Form und Muster mit der Umgebung verschmelzen, der <em>Warntracht<\/em> (<em>Schutzmimikry<\/em>), bei der ein Abschreckungseffekt erzielt wird, und der <em>T\u00e4uschtracht<\/em> (<em>Mimese<\/em>), bei der das Lebewesen als etwas anderes erscheint, das nicht in das Beuteschema seiner Feinde passt. Obwohl die \u00dcberg\u00e4nge zwischen diesen Kategorien oft flie\u00dfend sind, gibt es f\u00fcr jede davon spektakul\u00e4re Beispiele unter den Schmetterlingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Glasfl\u00fcgelfalter (<em>Greta oto<\/em>) ist schwer zu erkennen, weil er v\u00f6llig durchsichtige Fl\u00fcgel hat. Er wird intensiv erforscht, denn f\u00fcr so ein Material g\u00e4be es technisch viele denkbare Anwendungen. Sensationell ist, dass es nicht nur hochtransparent ist, sondern auch breitbandige und omnidirektionale Antireflexionseigenschaften hat. \u00bbBreitbandig\u00ab bedeutet, dass nicht nur das sichtbare, sondern auch infrarotes und ultraviolettes Licht durchgelassen wird und \u00bbomnidirektional\u00ab hei\u00dft, dass der Einfallswinkel keine Rolle spielt. Die Struktur dieser Fl\u00fcgeloberfl\u00e4chen ist inzwischen erforscht und vielleicht ist es mithilfe der Nanotechnologie schon bald m\u00f6glich, etwas Vergleichbares herzustellen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1188\" height=\"781\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5722\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar.jpg 1188w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar-300x197.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar-1024x673.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar-768x505.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-alles-klar-600x394.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1188px) 100vw, 1188px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">alles:klar \u2013 Eine glasklare Angelegenheit? Wohl kaum: Der Glasfl\u00fcgelfalter (<em>Greta oto<\/em>) hat wunderbar transparente Fl\u00e4chen, die durch ihre geniale Nanostruktur selbst in der Bewegung keine Reflexionen erzeugen. Aber wozu blo\u00df? Statt sich diese \u00bbTarnkappeneigenschaft\u00ab zu Nutze zu machen, schreddert er sie mit farbigen Fl\u00fcgelr\u00e4ndern, auff\u00e4lliger Aderung und einem wei\u00dfen Fleck, der einen Lichtreflex vort\u00e4uscht, wo gar keiner ist.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>schein:gesch\u00e4ft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die schwarz-gelbe Zeichnung der stachelbewehrten Wespen und Hornissen nachzuahmen, ist schon fast ein \u00bbalter Hut\u00ab im Lug- und Truggesch\u00e4ft. Darauf haben sich nicht nur viele Familienmitglieder der Schwebfliegen (<em>Syrphidae<\/em>) wie zum Beispiel die Hornissenschwebfliege (<em>Volucella zonaria<\/em>) und einige Raubfliegenarten festgelegt, sondern auch K\u00e4fer wie der Wespenbock (<em>Clytus arietis<\/em>). Unter den Schmetterlingen stellt der Hornissen-Glasfl\u00fcgler (<em>Sesia apiformis<\/em>) die perfekte Imitation einer Hornisse dar, was bei ihm viel erstaunlicher ist als bei den Fliegen, da sein \u00bbnormaler Bauplan\u00ab sich stark von dem nachgeahmten Vorbild unterscheidet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1186\" height=\"725\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5723\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger.jpg 1186w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger-300x183.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger-1024x626.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger-768x469.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-papier-tiger-600x367.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1186px) 100vw, 1186px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">papier:tiger \u2013 Ihm w\u00fcrde man sofort abnehmen, dass er sich manchmal im falschen K\u00f6rper f\u00fchlt \u2026 Der Hornissen-Glasfl\u00fcgler (<em>Sesia apiformis<\/em>) ist zwar ein Schmetterling, kommt aber fancy dressed als Hornisse daher. So zollt man ihm im Reich der Insekten jedenfalls geb\u00fchrenden Respekt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Augenflecken sind als Abschreckungssignale im Tierreich weit verbreitet. Wenn allerdings nicht nur ein Auge, sondern das ganze Gesichtsfeld einer Eule exakt nachgebildet wird, wie es bei einigen Bananenfaltern (<em>Caligo sp.<\/em>) der Fall ist, vergewissert man sich verunsichert, ob hier nicht \u00bbgephotoshoppt\u00ab wurde. Viel verbl\u00fcffender als die Nachahmung anderer Insekten ist es, wenn Schlangen nachgeahmt werden. Diese ausgefallene Strategie f\u00e4hrt nicht nur der erwachsene Atlasspinner (<em>Attacus atlas<\/em>), dessen Fl\u00fcgelfl\u00e4che die gr\u00f6\u00dfte aller Schmetterlinge ist, sondern auch die Raupe von <em>Hemeroplanes triptolemus<\/em>. Beide lassen deutlich einen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1153\" height=\"861\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5724\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen.jpg 1153w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen-300x224.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen-768x574.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-flugel-lugen-600x448.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1153px) 100vw, 1153px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">fl\u00fcgel:l\u00fcgen \u2013 Wer lugt da hinter dem Blatt hervor \u2013 ein Raubtier oder vielleicht ein Raubvogel? Fast alle Tiere sind st\u00e4ndig auf der Hut vor ihren J\u00e4gern. Da auch ein gut getarntes Gesicht an seinen dunklen und gl\u00e4nzenden Augen erkannt werden kann, kommt den Augenflecken eine besondere Bedeutung als Abschreckungszeichnung zu. Dieser Bananenfalter (<em>Caligo eurilochus<\/em>) gl\u00e4nzt nicht nur mit einer schwarzen Pupille inmitten einer hellen Iris, sondern peppt sie auch noch durch einen leichten Lichtreflex am oberen Rand auf. Realistischer geht es kaum!<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><strong>tarn:talente<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Bereich der Mimese wird es dann richtig bunt. Die Nachahmung von Bl\u00e4ttern, wie es der Indische Blattschmetterling (<em>Kallima inachus<\/em>) vormacht, findet sich in vielen Insektenfamilien. Der Clou ist allerdings, dass er die Zeichnung eines welken Eichenblatts nur auf den Fl\u00fcgelunterseiten tr\u00e4gt und sie in Ruhestellung zusammengeklappt l\u00e4sst. Die Fl\u00fcgeloberseiten dagegen tragen ein wundersch\u00f6nes Muster in leuchtenden Blau- und Oranget\u00f6nen. Imitationen von Baumrinde sind ebenfalls h\u00e4ufig, aber nur wenige reichen an die meisterhafte Darbietung von <em>Lytrosis unitaria<\/em> heran, der nicht nur in Form, Farbe und Struktur, sondern auch in seiner steif ausgestreckten und im richtigen Winkel vom Stamm abstehenden K\u00f6rperhaltung einen kleinen Ast nachbildet.<\/p>\n\n\n\n<p>Um nachzuvollziehen, warum einige Arten ausgerechnet Vogelkot nachbilden, muss man wissen, dass V\u00f6gel einen kurzen Darm und extrem scharfe Verdauungss\u00e4fte haben. Die unverwertbare Nahrung soll so schnell wie m\u00f6glich wieder raus, weil jedes \u00fcbersch\u00fcssige Gramm Gewicht einen Flieger viel Energie kostet. Diese Notwendigkeit f\u00fchrt zu einem \u00fcbelriechenden, past\u00f6sen Abfallprodukt und keine Frage: Das ist ekelhaft! \u2013 also eine perfekte Mimesevorlage. Die Raupen vom Gro\u00dfen Schwalbenschwanz (<em>Papilio cresphontes<\/em>) machen ebenso \u00bbauf Kotzbrocken\u00ab wie die Erwachsenen von <em>Eudryas grata<\/em>. Die Krone setzt dem Ganzen allerdings eine weitere Mottenart namens <em>Macrocilix maia<\/em> auf \u2013 hier wird gleich eine ganze Szene nachgebildet. Zwei Fliegen (die einzigen, die Vogelkot attraktiv finden) bewegen sich von rechts und links auf den bunt schillernden Fleck zu. In jedem dieser Beispiele wird au\u00dferdem der dazu passende Duft abgesondert!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1283\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5725\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-scaled.jpg 2560w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-300x150.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-1024x513.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-768x385.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-1536x770.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-2048x1026.jpg 2048w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/trau-schau-wem-600x301.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">trau:schau:wem \u2013 Ein Adler- oder ein Schlangenkopf? Was die auff\u00e4lligen Zeichnungen an seinen Fl\u00fcgelenden darstellen sollen, wei\u00df der Atlasspinner (<em>Attacus atlas<\/em>) wahrscheinlich selbst nicht \u2013 aber egal, sie sehen jedenfalls furchteinfl\u00f6\u00dfend und gef\u00e4hrlich aus. Die Raupe von <em>Hemeroplanes triptolemus<\/em> erscheint dagegen recht niedlich. Aber es wirkt! \u2013 Der gew\u00f6hnliche Insektenfresser schreckt davor zur\u00fcck sich mit einem \u00bbReptil\u00ab anzulegen. <em>Kallima inachus<\/em> mimt ein vertrocknetes Blatt mit unansehnlichen Fra\u00dfsch\u00e4den, deswegen interessieren sich nicht einmal die Pflanzenfresser f\u00fcr ihn. <em>Lytrosis unitaria<\/em> kann unm\u00f6glich entdeckt werden, solange er \u00bbstocksteif\u00ab an seinem \u00c4stchen h\u00e4ngt. Den Vogel schie\u00dft der Vogelschiss von <em>Macrocilix maia<\/em> ab \u2013 mit leichten Fl\u00fcgelbewegungen kann er die Fliegen ein wenig hin- und herlaufen lassen, w\u00e4hrend gleichzeitig eine Dr\u00fcse dezenten Guano-Duft verstr\u00f6mt. Ganz gro\u00dfes Kino!<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieser Abschnitt verfolgt nicht zuerst das Ziel, die genialen Tarnungs-, Mimikry- und Mimesemechanismen als Sch\u00f6pfungswunder vorzustellen (was sie nat\u00fcrlich sind!), sondern sie als weitere Stolpersteine der Evolutionstheorie und einer Erkl\u00e4rung durch \u00bbZufall und Notwendigkeit\u00ab zu benennen. Die Vorstellung, dass derartig komplexe Nachahmungen, die nicht nur Anatomie, Oberfl\u00e4chenstruktur und Farbgebung einschlie\u00dfen, sondern sogar die Erzeugung passender Duftstoffe und die passenden Verhaltensweisen beinhalten, sich allein durch \u00bbVersuch und Irrtum\u00ab in einer zuf\u00e4llig verlaufenden Koevolution entwickelt h\u00e4tten, ist einfach nicht plausibel. Deswegen l\u00e4sst sich hier das Prinzip der \u00bbirreduziblen Komplexit\u00e4t\u00ab erkennen: Viele anspruchsvolle Einzelkonstruktionen m\u00fcssen zusammenwirken, damit ein sinnvolles Ergebnis zustande kommt. Halbfertige Vorstufen und Zwischenschritte bringen noch nichts. Das l\u00e4sst eher auf Planung als auf Zufall schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>gratis:muster<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Etwas anders gelagert ist das Argument vom Prinzip der \u00bbverschwenderischen Komplexit\u00e4t\u00ab. Hier l\u00e4sst sich die Notwendigkeit nicht er kennen. Es stellt sich die Frage: \u00bbWarum so aufwendig, wenn es auch einfacher geht?\u00ab Die Schmetterlinge liefern auch daf\u00fcr exzellente Beispiele, denn ihre explosive Vielfalt an Farben und Mustern l\u00e4sst sich biologisch bisher nicht einmal ansatzweise begr\u00fcnden. F\u00fcr die sexuelle Selektion scheint sie kaum von Bedeutung zu sein. Meistens sind M\u00e4nnchen und Weibchen einer Art \u00e4hnlich prachtvoll ausgestattet, oft sind sie sogar kaum zu unterscheiden. Ihre Augen k\u00f6nnen in der Regel gar nicht alle Farben ihrer Musterung unterscheiden und sie locken ihre Partner mit Duftstoffen (Pheromonen) an. Au\u00dferdem gibt es in jeder Familie auch Arten, die \u00bblangweilig\u00ab aussehen und genauso gut \u00fcberleben. Da sich bisher kein Selektionsdruck erkennen l\u00e4sst, passt dieser Befund besser zu einem Sch\u00f6pfer, der sich an Vielfalt und \u00c4sthetik erfreut als zum Konzept gnadenloser Auslese winziger \u00dcberlebensvorteile \u00fcber lange Zeitr\u00e4ume hinweg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1426\" height=\"643\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5726\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01.jpg 1426w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01-300x135.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01-1024x462.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01-768x346.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-01-600x271.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1426px) 100vw, 1426px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1182\" height=\"686\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5727\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02.jpg 1182w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02-300x174.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02-1024x594.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02-768x446.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-farben-freude-02-600x348.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1182px) 100vw, 1182px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">farben:freude \u2013 Vielfalt und Pracht der Schmetterlinge d\u00fcrfen nicht unerw\u00e4hnt bleiben, wenn es darum geht, das \u00bbKunstwerk Sch\u00f6pfung\u00ab zu bestaunen. Diese beiden Werke wurden von zwei Freunden des Autors, beides geschickte K\u00fcnstler, zur Ehre Gottes arrangiert. Der bunte Schwarm links reist mit der Sch\u00f6pfungsausstellung \u00bbAuf den Spuren des Unsichtbaren\u00ab umher, w\u00e4hrend die Schmetterlingskarte im Parque Discovery h\u00e4ngt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>fein:stoff<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Familie der Schmetterlinge verdanken wir mit der Seide eine herausragende Textilfaser. In China wird sie seit Menschengedenken verarbeitet. Es gibt einige arch\u00e4ologische Hinweise darauf, dass die Seidenherstellung schon in der Jungsteinzeit begann. Viele Schmetterlingsarten produzieren Fasern, die sich zu Stoffen verarbeiten lie\u00dfen, aber die exzellenten Eigenschaften des Kokonfadens vom Seidenspinner (<em>Bombyx mori<\/em>) sind un\u00fcbertroffen. Deswegen hat sich seine Nutzung seit Jahrhunderten \u00fcberall durchgesetzt. Um nachzuvollziehen, wie aufw\u00e4ndig und kostspielig die Produktion von Seidenkleidung ist, muss man sich klar machen, dass der j\u00e4hrliche Ertrag von 2-3 Maulbeerb\u00e4umen, also etwa 40 Kilogramm Bl\u00e4tter, an 1.000 Raupen verf\u00fcttert wird, deren Kokons etwa zwei Kilogramm wiegen, aus denen am Ende 400 Gramm Seide abgewickelt werden, die nach dem \u00bbEntbasten\u00ab und Verspinnen 250 Gramm Garn ergeben, aus denen sich zum Beispiel ein einziges Seidenhemd weben lie\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1187\" height=\"631\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5728\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm.jpg 1187w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm-300x159.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm-1024x544.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm-768x408.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-weis-wurm-600x319.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1187px) 100vw, 1187px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">wei\u00df:wurm \u2013 Die Raupen des Seidenspinners (<em>Bombyx mori<\/em>) sind harmlose Gesellen. Man brachte sich im Altertum allerdings in Lebensgefahr, wenn man versuchte diese n\u00fctzlichen Insekten aus dem Reich der Mitte herauszuschmuggeln. Das war bei Todesstrafe verboten! trotzdem gelang es im 6. Jahrhundert irgendwem, angeblich zwei persischen M\u00f6nchen, sie nach Europa zu bringen. Kurz darauf bl\u00fchte auch hier die Seidenzucht und das Monopol von \u00bbMade in China\u00ab ist seither pass\u00e9.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Allerdings nahm der Fernhandel mit China erst um die Zeitenwende herum Fahrt auf. In der Bibel wird Seide mit dem hebr\u00e4ischen Wort <em>meschi<\/em> (Hes 16,10.13) und dem griechischen Wort <em>serikos<\/em> (Offb 18,12) bezeichnet. M\u00f6glicherweise geht es hier nicht um die Importware aus Fernost, sondern um die <em>Koische Seide<\/em>. Auf der griechischen Insel Kos wurden die Kokons des Pistazienspinners (<em>Pachypasa otus<\/em>) abgewickelt und versponnen, um daraus ein feines, fast durchsichtiges Gewebe zu produzieren. Aristoteles erw\u00e4hnt es schon im 4. Jh. v. Chr. und auch Plinius der \u00c4ltere berichtet vom \u00bb<em>coa vestis<\/em>\u00ab \u2013 \u00bbStoff von Kos\u00ab. Welches Produkt Hesekiel und Johannes auch immer vor Augen hatten, der Zusammenhang macht jedenfalls in allen drei Versen deutlich, dass Seide ein Attribut herrschaftlicher Prachtentfaltung ist: \u00bbUnd so wurdest du mit Gold und Silber geschm\u00fcckt, und deine Kleidung war Byssus und Seide und Buntgewirktes; du a\u00dfest Feinmehl und Honig und \u00d6l. Und du warst \u00fcberaus sch\u00f6n und gelangtest zum K\u00f6nigtum\u00ab (Hes 16,13) und \u00bbWare von Gold und Silber und wertvollem Stein und Perlen und feinem Leinen und Purpur und Seide und Scharlach, und alles Thujaholz und jedes Ger\u00e4t aus Elfenbein \u2026\u00ab (Offb 18,12).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1257\" height=\"722\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5730\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide.jpg 1257w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide-300x172.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide-1024x588.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide-768x441.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-Seide-600x345.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1257px) 100vw, 1257px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Auch <em>Damast<\/em>, das exquisite Tuch einer bestimmten Webart, das nach der Stadt Damaskus benannt ist, wurde vorzugsweise aus Seide hergestellt, obwohl technisch gesehen auch festes Kammgarn und Leinen verwendet werden konnte. Es wird in der Bibel mit dem hebr\u00e4ischen Wort <em>demeschek<\/em> bezeichnet und teilweise direkt als \u00bbSeidengewebe\u00ab (Am 3,12 Me) \u00fcbersetzt. Es handelt sich bei Damast um einen ausgesprochenen Luxusartikel, der im Zusammenhang mit einer Gerichtsank\u00fcndigung erw\u00e4hnt wird: \u00bbJa, ich versichere euch: Auf Rettung k\u00f6nnt ihr nicht hoffen. Hat ein Hirte etwa sein Schaf gerettet, wenn er gerade noch zwei Schenkelknochen oder einen Zipfel von seinem Ohr aus dem Rachen des L\u00f6wen zieht? Genauso wenig wird von euch Israeliten \u00fcbrigbleiben, die ihr in Samaria auf euren Polstern sitzt und euch auf Betten mit feinen Damastbez\u00fcgen r\u00e4kelt!\u00ab (Am 3,12 Hfa). Genau wie die anderen drei Bibelstellen, in denen Seide erw\u00e4hnt wird, geht es darum, einen Kontrast zwischen sorglosem Luxusleben und kommendem Gericht aufzuzeigen. Das Erinnern an die Verg\u00e4nglichkeit scheint <em>die<\/em> gro\u00dfe Lektion der <em>Lepidoptera<\/em> zu sein. Motten und Z\u00fcnsler fressen und zerst\u00f6ren Hab und Gut, die herrlichen Schmetterlinge leben oft monatelang als Raupe und nur wenige Tage als \u00bbfliegende Juwelen\u00ab und selbst die wunderbare Seide ist ein Luxus, der am Ende an <em>einem Tag<\/em> (Offb 18,8), ja in <em>einer Stunde<\/em> (Offb 18,10.17.19) vernichtet wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1045\" height=\"727\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5729\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden.jpg 1045w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden-300x209.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden-1024x712.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden-768x534.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/HP-seiden-faden-600x417.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1045px) 100vw, 1045px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">seiden:faden \u2013 Seide gilt von alters her als Inbegriff von Luxus. So k\u00f6nnte es, laut KI, ausgesehen haben, wenn T\u00f6chter aus wohlhabendem Haus in Begleitung ihrer Eltern den orientalischen Tuchh\u00e4ndler besuchten. Die Bibel warnt davor, dass Luxus sorglos macht und die Frage nach der Ewigkeit verdr\u00e4ngt \u2013 dabei hat unser Leben nat\u00fcrlicherweise keinen stabileren Halt als diese erstaunliche Faser \u2026<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Deswegen h\u00f6ren wir am Ende noch einmal den Herrn Jesus, der auf das Bleibende hinweist: \u00bbVerkauft eure Habe und gebt Almosen; macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, unverg\u00e4nglich, in den Himmeln, wo kein Dieb sich n\u00e4hert und keine Motte verdirbt. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein\u00ab (Lk 12,33.34).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-small-font-size is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"line-height:1\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p><strong>Quellennachweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aristoteles: <em>Historia Animalum<\/em> (Bd. IV, Kap. 19, \u00fcber die Koische Seide)<\/p>\n\n\n\n<p>Askham, B: <em>Moth predicted to exist by Darwin and Wallace becomes a new species<\/em>. Science News (Natural History Museum), 30.09.2022, aufgerufen am 24.07.2025: <a href=\"https:\/\/www.nhm.ac.uk\/discover\/news\/2021\/september\/moth-predicted-to-exist-by-darwin-and-wallace-becomes-a-new-species.html\">https:\/\/www.nhm.ac.uk\/discover\/news\/2021\/september\/moth-predicted-to-exist-by-darwin-and-wallace-becomes-a-new-species.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Barrera-Pati\u00f1o, CP; Vollet-Filho, JD; Teixeira-Rosa, RG: <em>Photonic effects in natural nanostructures on Morpho cypris and Greta oto butterfly wings<\/em>. Scientific Reports 2020; 10:5786; doi: 10.1038\/s41598-020-62770-w; <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-020-62770-w#citeas\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-020-62770-w#citeas<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Beccaloni, GW: <em>Wallace&#8217;s moth and Darwin&#8217;s orchid<\/em> (2017), Onlineartikel; aufgerufen am 24.07.2025: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13140\/RG.2.2.35778.38087\">https:\/\/doi.org\/10.13140\/RG.2.2.35778.38087<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Blanco, C: <em>The soul as a butterfly in Greek and Roman thought<\/em>. Durham University 2013; aufgerufen am 28.11.2025: <a href=\"http:\/\/etheses.dur.ac.uk\/9419\">http:\/\/etheses.dur.ac.uk\/9419<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bond, S: <em>Angraecum sesquipedale: Darwin\u2019s Great \u2018Gamble\u2019<\/em>. aus: Evolution 2.0. The Frontiers Collection (S. 91-110). Heidelberg (Springer) 2012; doi: 10.1007\/978-3-642-20496-8_8<\/p>\n\n\n\n<p>Darwin, CR: <em>The various contrivances by which orchids are fertilised by insects<\/em> (S. 201-203). London, GB (John Murray) 1877<\/p>\n\n\n\n<p>Gong, Y; Li, L; Gong, D: <em>Biomolecular Evidence of Silk from 8,500 Years Ago<\/em>. Public Library of Science (PLoS) ONE 2016; 11(12): e0168042; doi: 10.1371\/journal.pone.0168042<\/p>\n\n\n\n<p>Griswold, GH: <em>On the Length of the Adult Life in the Webbing Clothes Moth, Tineola Bisselliella Hum<\/em>. Annals of the Entomological Society of America 1931; 24(4):761-764; doi: 10.1093\/aesa\/24.4.761<\/p>\n\n\n\n<p>Herfs, A<em>: Professor Dr. Erich Titschack zum siebzigsten Geburtstag<\/em>. Anzeiger f\u00fcr Sch\u00e4dlingskunde 1962; 35:92-93; doi: 10.1007\/BF02332877<\/p>\n\n\n\n<p>Jamie, GA; Dalziell, AH; Welbergen, JA: <em>The past and future of mimicry research<\/em>. Nature Ecology &#038; Evolution 2025; 9(7):1081-1085; doi: 10.1038\/s41559-025-02775-8<\/p>\n\n\n\n<p>Junker, R: <em>Design-Theorie<\/em> (1.7 Spielerische Komplexit\u00e4t); aufgerufen am 30.07.2025: <a href=\"https:\/\/www.wort-und-wissen.org\/publikationen\/genesisnet\/0-4-design-theorie\">https:\/\/www.wort-und-wissen.org\/publikationen\/genesisnet\/0-4-design-theorie<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Kettlewell, HBD: <em>A survey of the frequencies of Biston betularia (L.) (Lep.) and its melanic forms in Great Britain<\/em>. Heredity 1958; 12:51-72; doi: 10.1038\/hdy.1958.4<\/p>\n\n\n\n<p>Majerus, MEN: <em>Industrial Melanism in the Peppered Moth, Biston betularia: An Excellent Teaching Example of Darwinian Evolution in Action<\/em>. Evolution: Education and Outreach 2009; 2:63-74; doi: 10.1007\/s12052-008-0107-y<\/p>\n\n\n\n<p>Michel, C: <em>The Al\u0101hum and A ur-takl\u0101ku archives found in 1993 at K\u00fcltepe Kani<\/em>. Altorientalische Forschungen 2009; 35(1):53-67; doi: 10.1524\/aofo.2008.0006<\/p>\n\n\n\n<p>Michel, C: <em>Les Mites d&#8217;Assyrie &#8211; Moths in the Assyrian Texts of the Second Millennium BC<\/em>. Journal of the American Oriental Society 1998; 118(3):325-331; doi: 10.2307\/606061<\/p>\n\n\n\n<p>Minet, J; Basquin, P; Haxaire, J: <em>A new taxonomic status for Darwin&#8217;s &#8222;predicted&#8220; pollinator: Xanthopan praedicta stat. nov. (Lepidoptera Sphingidae Sphinginae)<\/em>. Antenor 2021; 8(1):69-86; doi: 10.5281\/zenodo.5856141<\/p>\n\n\n\n<p>Netz, C; Renner, SS: <em>Long-spurred Angraecum orchids and long-tongued sphingid moths on Madagascar: a time frame for Darwin\u2019s predicted Xanthopan\/Angraecum coevolution<\/em>. Biological Journal of the Linnean Society 2017; 122(2):469-478; doi: 10.1093\/biolinnean\/blx086<\/p>\n\n\n\n<p>Rainer, T: <em>Jonas und der K\u00fcrbis \u2013 Sagt ein Bild mehr als tausend Worte? Zum Verh\u00e4ltnis von Bild, \u00dcbersetzung und Deutung heiliger Schrift<\/em>. Im Dialog &#8211; Beitr\u00e4ge aus der Akademie der Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart 2023; 6:125-184<\/p>\n\n\n\n<p>Schultz, M: <em>Mimicry in insects: An illustrated study in mimicry and cryptic coloration in insects<\/em>. Masterarbeit 2018; USA, University of Nebraska \u2013 Lincoln; <a href=\"https:\/\/digitalcommons.unl.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1034&#038;context=entodistmasters\">https:\/\/digitalcommons.unl.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1034&#038;context=entodistmasters<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>St\u00f6tter, H: <em>Moderne Mottenmittel Entwicklungsgeschichte des \u201eEulan\u201d\ufe01<\/em>. Angewandte Chemie 1947; 59(5-6):145-150; doi: 10.1002\/ange.19470590504<\/p>\n\n\n\n<p>Vu, TD; Cao, X; Hu, H: <em>A universal robust bottom-up approach to engineer Greta-oto-inspired anti-reflective structure<\/em>. Cell Reports Physical Science 2021; 2(7); doi: 10.1016\/j.xcrp.2021.100479; <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell-reports-physical-science\/fulltext\/S2666-3864(21)00179-X\">https:\/\/www.cell.com\/cell-reports-physical-science\/fulltext\/S2666-3864(21)00179-X<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wasserthal, LT: <em>Evolution of Long-Tongued Hawkmoths and Pollination of Long-Spurred Angraecum Orchids<\/em>. Proceedings of the 20th World Orchid Conference 2011; 280-284 Witt, TJ; M\u00fcller, GC; Kravchenko, VD: <em>A new Olepa species from Israel<\/em>. Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomologen 2005; 53(3\/4):101-115; <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Thomas-Witt-3\/publication\/238672478_A_new_Olepa_species_from_Israel_Lepidoptera_Arctiidae\/links\/0c9605385fab049a5a000000\/A-new-Olepa-species-from-Israel-Lepidoptera-Arctiidae.pdf\">https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Thomas-Witt-3\/publication\/238672478_A_new_Olepa_species_from_Israel_Lepidoptera_Arctiidae\/links\/0c9605385fab049a5a000000\/A-new-Olepa-species-from-Israel-Lepidoptera-Arctiidae.pdf<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-small-font-size is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\" style=\"line-height:1\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p><strong>Bildnachweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wikipedia: Schmetterling <em>Olepa Schleini<\/em> \/ Klaus Sch\u00f6nitzer \/\/ Raupen auf Rizinusblatt \/ Plegadis \/\/ Nachtfalter mit ausgerolltem Saugr\u00fcssel \/ Nesnad \/\/ Raupe bildet Zweig nach \/ Andy Reago<\/p>\n\n\n\n<p>andere Lizenzen: KI-Bild: Kaufmann sieht Mottendesaster \/\/ erwachsene Kleidermotte \/shutterstock_ID_2608083931 \/ nechaevkon \/\/ Larve der gro\u00dfen Wachsmotte auf Wabe \/shutterstock_ID_2140045119 \/ murat photographer \/\/ KI-Bild: Jona unter dem Wunderbaum \/\/ Nachtfalter saugt an Orchidee \/ Thilo Wasserthal \/\/ Birkenspanner auf Birkenstamm \/shutterstock_ID_637427569 \/ Marek R. Swadzba \/\/ Birkenspanner auf hellem und dunklem Hintergrund \/shutterstock_ID_681825820 \/ IanRedding \/\/ Birkenspanner in verschiedenen Farbvarianten \/shutterstock_ID_2417744235 \/ Kingfeel \/\/ Glasfl\u00fcgelfalter \/shutterstock_ID_1043275948 \/ Julianne Chapman \/\/ Bananenfalter \/shutterstock_ID_596712704 \/ Zanna Holstova \/\/ Hornissen-Glasfl\u00fcgler \/shutterstock_ID_699484423 \/ Guillermo Guerao \u2026 \/\/ Atlasfalter \/shutterstock_ID_2265938939 \/ Upen supendi \/\/ Raupe mit Schlangenmimikry \/shutterstock_ID_2200757397 \/ Brian Lasenby \/\/ Schmetterling als Blatt \/shutterstock_ID_1706479147 \/ golfza.357 \/\/ Fliegen-und-Vogelkot-Bild auf Schmetterlingsfl\u00fcgel \/shutterstock_ID_2467869963 \/ Stephane Bidouze \/\/ Seidenstoff \/shutterstock_ID_2488428487 \/ Tanmoy_Adhikary \/\/ KI-Bild: beim Seidenh\u00e4ndler<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Link zum Buch: <a href=\"https:\/\/www.daniel-verlag.de\/produkt\/wimmelwesen\/?srsltid=AfmBOoo-BnEr34yTfohEm0ArbTWBe9YWoMvMhMtin7a7guVaZAit6FLc\">https:\/\/www.daniel-verlag.de\/produkt\/ wimmelwesen<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignwide size-full\"><a href=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5731\" srcset=\"https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-scaled.jpg 2560w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-300x150.jpg 300w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-1024x512.jpg 1024w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-768x384.jpg 768w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-1536x768.jpg 1536w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-2048x1024.jpg 2048w, https:\/\/parquediscovery.pt\/wp-content\/uploads\/08-Schmetterlinge-600x300.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Menschen denken bei dem Stichwort \u00bbSch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung\u00ab spontan an Schmetterlinge.<br \/> Ihre Vielfalt ist so un\u00fcberschaubar, dass etwa 180.<br \/>000 Artnamen vergeben wurden \u2013 das[\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":5711,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"remove_blocks_before_content":false,"remove_blocks_after_content":false,"disable_reading_progress_bar":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[69],"tags":[],"class_list":["post-5710","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-swarming-animals"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5710","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5710"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5710\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5734,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5710\/revisions\/5734"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5711"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5710"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5710"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/parquediscovery.pt\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5710"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}