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Behemot

Im Buch Hiob tauchen zwei respekteinflößende Tiere auf, deren Namen in den meisten Bibelausgaben unübersetzt wiedergegeben werden. Zu geheimnisvoll erschien die Beschreibung, zu ungewiss die Zuordnung zu den bekannten und erforschten Arten. Das erstgenannte Tier ist der Behemot.

In der Kategorie „Tiere des Feldes“ befindet sich ein Beitrag über das Nilpferd (Hippopotamus amphibius). Es taucht dort deswegen auf, weil es in manchen Bibelübersetzungen mit dem Behemot identifiziert wird. Die Frage, wie stichhaltig diese Zuordnung ist, wird in diesem Artikel ebenfalls untersucht. Im Weiteren wird auf alternative Deutungen verwiesen. Zunächst aber die biblische Beschreibung:

»Sieh doch den Behemot, den ich mit dir gemacht habe; er frisst Gras wie das Rind. Sieh doch, seine Kraft ist in seinen Lenden, und seine Stärke in den Muskeln seines Bauches. Er biegt seinen Schwanz wie eine Zeder, die Sehnen seiner Schenkel sind verflochten. Seine Knochen sind Röhren aus Kupfer, seine Gebeine wie Barren von Eisen. Er ist der Anfang der Wege Gottes; der ihn gemacht hat, hat ihm sein Schwert beschafft. Denn die Berge tragen ihm Futter, und dort spielen alle Tiere des Feldes. Unter Lotosbüschen legt er sich nieder, im Versteck von Rohr und Sumpf; Lotosbüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten, es umgeben ihn die Weiden des Baches. Siehe, der Strom schwillt mächtig an – er flieht nicht ängstlich davon; er bleibt wohlgemut, wenn ein Jordan gegen sein Maul hervorbricht. Fängt man ihn wohl vor seinen Augen, durchbohrt man ihm die Nase mit einem Fangseil?« (Hi 40,15-24)

mega:vieh

»Sieh doch den Behemot!« (Hi 40,15): Gott weist Hiob auf ein Tier hin, das seiner Beobachtung und Erfahrung zugänglich war. Wie gesagt, passen die nachfolgenden Kennzeichen auf kein heute lebendes Tier. Sprachlich ist bemerkenswert, dass behemot (Hi 40,15; Jes 30,6) die Mehrzahl von behema ist, was auf Hebräisch »Vieh« bedeutet. Dies kann als ein Pluralis excellentiae aufgefasst werden, in der hebräischen Grammatik eine Mehrzahlform, die die Größe und Bedeutung einer Sache betont. Die Endung -ot kennzeichnet im Hebräischen das weibliche Sprachgeschlecht. Man könnte den Namen also umgangssprachlich mit »Riesenvieh«, »Super-Vieh« oder »Mutter aller Viecher« übersetzen. Fest steht, dass dieses Wesen Hiob in Kraft und Größe weit überlegen war, auch wenn beide am gleichen (sechsten) Schöpfungstag aus der Hand Gottes hervorgingen (»den ich mit dir gemacht habe«) und seiner Autorität unterstehen.

Es folgt die Beschreibung des Tieres. Es handelt sich um einen Pflanzenfresser, denn »er frisst Gras wie das Rind«; auch der Name (abgeleitet von »Vieh«, s. o.) weist darauf hin. Allerdings bedeutet das nicht, dass es sich um ein harmloses Tier handelt. Die großen Pflanzenfresser, die nicht zu den Fluchttieren zählen, sind in der Regel gut geschützt und sehr wehrhaft. Die folgenden Verse bestätigen dies. Dass die Oberschenkelmuskulatur die stärksten Muskeln beinhaltet, wie es die Beschreibung »seine Kraft ist in seinen Lenden« (Hi 40,16) nahelegt, ist unter landlebenden Tieren der Normalfall. Dass hier allerdings besonders darauf hingewiesen wird und auch die Bauchmuskulatur herausgehoben wird – »seine Stärke in den Muskeln seines Bauches« –, könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Tier sich aufgerichtet fortbewegen konnte.

fehl:besetzung

Über die Frage nach der Identität des Behemot ist über die Jahrhunderte viel geschrieben worden. Im Literaturnachweis sind zwei Ausarbeitungen angeführt, die einen guten Überblick geben. Besonders zu empfehlen ist das Buch »Das Geheimnis des Leviathan«. Da von den vielen Lösungsvorschlägen nur die Flusspferd-Zuordnung Einzug in die deutschsprachigen Bibelübersetzungen gehalten hat, prüfen wir zunächst, wie gut dieses zu der Beschreibung passt.

power:hauer – Flusspferde (Hippopotamus amphibius) sind mit einem Gewicht von zwei Tonnen und einer Länge von 3,50 Metern beeindruckende Kolosse, die schnell aggressiv werden und dann gefährlich sind. Früher lebten sie in Ägypten, aber heute sind sie dort ausgestorben und werden nur noch in Subsahara-Afrika angetroffen. In Israel und den umliegenden Ländern waren sie wahrscheinlich nie heimisch. Die bis zu 1,50 Meter langen Eckzähne der Bullen könnte man durchaus als »Schwert« bezeichnen.

Das Flusspferd ist ein friedlich grasender Pflanzenfresser, der im Handumdrehen zu einer tödlichen Bedrohung werden kann – auf den ersten Blick passt diese Charakteristik exzellent zum Behemot in Hiob 40,15. Wahrscheinlich war es auch noch zur Zeit Hiobs im Nahen Osten verbreitet. Wie sieht es mit den anderen Merkmalen aus? »Sieh doch, seine Kraft ist in seinen Lenden, und seine Stärke in den Muskeln seines Bauches […] Seine Knochen sind Röhren aus Kupfer, seine Gebeine wie Barren von Eisen« (Hi 40,16.18) – Flusspferde sind tatsächlich erstaunlich stark und schnell. Ihr massiver Knochenbau führt zu einem ungewöhnlich hohen spezifischen Gewicht und dem bemerkenswerten Umstand, dass sie, obwohl sie die meiste Zeit im Wasser verbringen, nicht schwimmen können und selbst mit gefüllten Lungen untergehen. »Er biegt seinen Schwanz wie eine Zeder« (Hi 40,17a) – Das Verb, das hier mit »biegen« übersetzt wurde, kommt nur an dieser einen Stelle vor und wird auch als »tragen, bewegen, ausstrecken, hängen lassen« wiedergegeben. Es lässt sich nicht näher bestimmen. Aber davon einmal abgesehen konnte bisher niemand einen treffenden Vergleichsaspekt zwischen der Zeder, einem mächtigen Nadelbaum, und dem stummeligen Pinselschwanz des Flusspferds finden. Es lässt ihn manchmal wie einen kleinen Propeller kreisen und verteilt seine Ausscheidungen zur Markierung des Reviers.

zeder:leicht – Ein Flusspferd teilt sich sein Gehege in friedlicher Eintracht mit einem Nashorn. Fast alles an den Körpern dieser beiden Giganten ist beeindruckend – ihre rückwärtigen Anhängsel definitiv nicht. Der Vergleich des Pinselschwänzchens mit dem »König der Bäume« (vgl. 1Kön 5,13; Hi 40,17; Jes 2,13) erscheint nicht sehr passend.

»Die Sehnen seiner Schenkel sind verflochten« (Hi 40,17b) – Beim Flusspferd konnten in dieser Hinsicht keine anatomischen Besonderheiten festgestellt werden. Was Muskulatur und Sehnenapparat betrifft, entsprechen sie anderen großen Pflanzenfressern. »Er ist der Anfang der Wege Gottes« (Hi 40,19a) – Das klingt nach Superlativ. Man würde erwarten, dass Gott mit dem Behemot das beeindruckendste Tier (der Gruppe der Pflanzenfresser) beschreibt, das Hiob kannte, gefolgt von dem Leviatan als stärkstem und gefährlichstem Raubtier. Je nach zeitlicher und geographischer Einordnung des Buches Hiob und erdgeschichtlicher Annahmen könnten das tatsächlich Flusspferd und Krokodil gewesen sein. Besonders dieser Vers, der sich auf Ägypten bezieht, schien vielen für das Flusspferd zu sprechen: »Ausspruch über den Behemot des Südens …« (Jes 30,6). Früher lebten Flusspferde nämlich entlang des Nils von der Quelle bis zur Mündung.

»Der ihn gemacht hat, hat ihm sein Schwert beschafft« (Hi 40,19). Die großen Hauer sind ein augenfälliges Merkmal und dürfen in einer Beschreibung des Flusspferds auf keinen Fall fehlen. In einem poetischen Text könnten sie eventuell als »Schwert« bezeichnet werden. »Denn die Berge tragen ihm Futter, und dort spielen alle Tiere des Feldes. Unter Lotosbüschen legt er sich nieder, im Versteck von Rohr und Sumpf; Lotosbüsche bedecken ihn mit ihrem Schatten, es umgeben ihn die Weiden des Baches. Siehe, der Strom schwillt mächtig an – er flieht nicht ängstlich davon; er bleibt wohlgemut, wenn ein Jordan gegen sein Maul hervorbricht« (Hi 40,20-23) – Heutige Flusspferde weiden grundsätzlich in Ebenen und Flusstälern und meiden große Steigungen. Insofern wirken »die Berge« hier etwas fehl am Platz, aber ansonsten passt die Beschreibung hervorragend. Auf dem antiken »Nilmosaik von Palestrina« sind sogar die weißen Lotusblüten abgebildet. »Fängt man ihn wohl vor seinen Augen, durchbohrt man ihm die Nase mit einem Fangseil« (Hi 40,24) – das ist ein weiterer großer Schwachpunkt. Gott stellt Hiob in seiner Rede (Hi 38-41) über 70 rhetorische Fragen; so auch hier. Die Aussage ist: Du bist nicht in der Lage, den Behemot »an die Leine zu legen«. Tatsache ist aber, dass Flusspferde (ebenso wie Krokodile) seit frühester Zeit erfolgreich gejagt (und fast überall ausgerottet) wurden. Trotz ihrer Kraft und Aggressivität sind sie nicht unüberwindlich. Sie können ihrem Jäger nicht ins tiefe Wasser folgen und sind nicht besonders clever. Obwohl die Gegenüberstellung nicht immer eindeutig ausfällt, trifft die Beschreibung unter heute lebenden Tieren am ehesten auf das Flusspferd zu. Anders sieht es aus, wenn ausgestorbene Arten mit einbezogen werden. Die »Schlachter 2000« versieht den Behemot mit der hilfreichen Anmerkung: »Die Beschreibung weist auf einen pflanzenfressenden Saurier hin, nicht, wie früher angenommen, auf das Nilpferd.«

beute:schema – Das »Nilmosaik von Palestrina« zeigt eine Szene, in der Nilpferde und Krokodile vom Boot aus bejagt werden. Behemot und Leviatan im Buch Hiob dagegen ließen sich nicht von Menschen jagen.

Seit jener Zeit, in der über exotische Tiere nur wenig bekannt war, wurde die Zuordnung des Flusspferds in Hiob 40,15 zum Behemot der Bibel von vielen Übersetzern übernommen. In einigen Übersetzungen findet sie sich auch noch in den aktuellen Ausgaben: zum Beispiel in der Gute Nachricht Bibel (GN, 2018), Einheitsübersetzung (Einh, 2016) und Neues Leben Bibel (NLB, 2017), aber in den meisten Fällen wurde sie bei späteren Überarbeitungen korrigiert. So findet man das Nilpferd bei Hermann Menge im Textstand von 1946, aber nicht mehr in der »Menge 2020«, bei Schlachter im Textstand von 1851, aber nicht mehr in der »Schlachter 2000« und das Flusspferd in der »Zürcher« bis 1931, aber nicht mehr in der Ausgabe von 2007.

Viele Übersetzer haben allerdings gleich vermutet, dass sich das beschriebene Tier keiner der heute lebenden Arten zuordnen lässt, und entschieden sich dazu, den hebräischen Begriff »Behemot(h)« unübersetzt wiederzugeben (so in der Lutherbibel, Elberfelder Bibel, Neuen evangelistischen Übersetzung und Hoffnung für alle).

saurier:casting

Folgen wir dem Hinweis in der »Schlachter 2000 Bibel«, stellt sich die Frage, welche Saurierart die biblisch genannten Kennzeichen aufweist, und ein plausibler Kandidat wäre. Als gewaltige Pflanzenfresser kommen vor allem die Dinosaurier aus der Gruppe der Sauropodomorpha in Betracht. Einige Ausleger vertreten die Ansicht, dass die Aussage »Er ist der Anfang der Wege Gottes« (Hi 40,19) darauf hinweist, dass wir es hier mit einem Tier der absoluten Superlative zu tun haben, also etwa dem größten und schwersten erschaffenen Saurier. Das würde auf einen Argentinosaurus hinweisen, der aktuell als Rekordhalter gilt. Er wurde allerdings bisher, wie sein Name erkennen lässt, nur in Argentinien entdeckt. Es gibt aber andere Arten aus der Gruppe der Titanosaurier, die vielleicht ebenso groß wurden (nicht immer sind die Skelette vollständig) und im Nahen Osten gefunden wurden. Ein anderer Kandidat wäre der Iguanodon. Er kam im gesamten Nahen Osten vor und weist ein paar besonders passende Merkmale auf. Was die Beschreibung des gewaltigen Schwanzes, der Beine und des Bauches betrifft, so passt sie auf beide Kandidaten. Auch wenn der Iguanodon deutlich kleiner ausfällt als die Titanosaurier, ist er für einen Menschen immer noch erschreckend riesig.

ersatz:spieler – Wer der Bibel Vertrauen schenkt, aber die Idee des zeitgleichen Zusammenlebens von Menschen und Sauriern auf der Erde spontan als »unwissenschaftlich« zurückweist, hat möglicherweise einen längeren Weg vor sich – der ihn zu der Erkenntnis führen könnte, dass viele Passagen der Bibel (unter anderem »Schöpfungsbericht und Urgeschichte« – 1Mo 1-11) wörtlich und real-historisch verstanden werden wollen. Von da ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zu der Annahme, dass die Zuordnung des Iguanodon zum Behemot plausibel ist.

Die Aussage »die Sehnen seiner Schenkel sind verflochten« (Hi 40,17) könnte weiterhelfen. In der Anatomie keines lebenden Tieres wurde so etwas entdeckt. Aber in der sehr gut erhaltenen Skelettstruktur des Iguanodon sind Überreste davon sehr gut zu erkennen (allerdings an der Wirbelsäule). Was aber den Ausschlag geben könnte, ist der Hinweis »der ihn gemacht hat, hat ihm sein Schwert beschafft« (Hi 40,19). Der Iguanodon trägt in der Tat ein Schwert! Das fünfte Fingerglied ist als massives, scharfes und langes »Daumenschwert« ausgebildet. Wenn der Dinosaurier sich in Verteidigungsposition aufrichtet, steht er senkrecht hoch, und es sieht tatsächlich aus, als habe das Tier in jeder Hand einen Dolch gezückt. Das ist einzigartig. Es war so ungewöhnlich, dass der Entdecker dieser Art, der englische Arzt Gideon Mantell, den seltsamen Knochen zunächst auf die Nase des Skeletts setzte. Erst später, nach weiteren und vollständigeren Skelettfunden wurde klar, dass das Schwert an die Hand und nicht auf die Nase gehört. Bei den Titanosauriern bliebe dagegen unklar, worauf sich das »Schwert« beziehen könnte.

daumen:dolch – Das erste Fingerknochen-Element des Iguanodon ist zu einem kegelförmigen, massiven, scharf zugespitzten Dorn von bis zu 30 Zentimetern Länge umgebildet. Paläontologen vermuten, dass er zur Verteidigung gegen Raubsaurier diente, möglicherweise auch zum Aufbrechen harter Pflanzenteile.

quer:schläger

Der Ausdruck »Anfang der Wege Gottes« könnte auch in eine ganz andere Richtung gedeutet werden. Da diese Kreatur weder das erste Schöpfungswerk (nicht einmal das erste erschaffene Wirbeltier – Fische und Vögel wurden vorher geschaffen) noch das absolut gesehen größte, stärkste (der Blauwal toppt alles) oder gefährlichste Lebewesen war, scheint es sich nicht um den Superlativ zu handeln. Vielleicht hilft ein Vergleich zu zwei bemerkenswerten Passagen in der Bibel. In Jesaja 14 wird das Gericht über das Babylonische Reich und in Hesekiel 28 das Gericht über die Stadt Tyrus verkündet. In beiden Fällen beginnt die Gerichtsbotschaft mit der Bezugnahme auf reale Orte und Personen, wie bei vielen anderen Gerichtsbotschaften in den angrenzenden Kapiteln.

Doch dann geht die Beschreibung plötzlich weit über irdische Bezüge hinaus. Es wird deutlich, dass Gott hier auf die treibende Kraft verweist, die hinter den selbstgefälligen, stolzen und gottlosen Systemen steht und sich ihrer bedient. Er verweist direkt auf Satan. Wir können, mit aller Vorsicht, davon ausgehen, dass Satan das Geschöpf ist, das den Titel »Anfang der Wege Gottes« zu Recht trägt. Die Unbezwingbarkeit des Behemot durch den Menschen ist also ein Bild dafür, dass er dem viel stärkeren Widersacher Satan, der sich auch der Tiere bedienen kann (1Mo 3,1), noch hilfloser gegenübersteht. Gott selbst hat diesem Tier sein Schwert, die tödliche Macht, beschafft. Doch Er hat nach wie vor die vollständige Kontrolle darüber. In den ersten beiden Kapiteln des Buches Hiob ist deutlich zu sehen, dass Satan in seinem zerstörerischen Handeln keinen Schritt weiter gehen kann, als Gott ihm erlaubt. Die nächsten Verse scheinen überhaupt nicht zu dieser Deutung zu passen. Das Tier verhält sich so friedlich, dass die anderen Tiere in seiner Gegenwart unbekümmert spielen. Es ist nur an pflanzlicher Nahrung interessiert (Hi 40,20) und dabei so anpassungsfähig und mobil, dass es seine Nahrung sowohl in den Bergen als auch im Sumpf und in flachen Gewässern findet, in denen es sich gern niederlässt (Hi 40,21.22). Das passt ebenfalls sehr gut zu den Trittsiegeln des Iguanodon: Sie blieben im schlammigen Untergrund erhalten, versteinerten und wurden in jüngster Zeit entdeckt. Der Behemot ist nicht nur dem Menschen gegenüber furchtlos; er scheut auch nicht die Naturgewalten, die ihn umgeben. Auch bei Hochwasser, »wenn ein Jordan gegen sein Maul hervorbricht« (Hi 40,23), hält er stand.

manneken:episch – In der Kohlegrube von Bernissart (Belgien) grub man in 322 Metern Tiefe ein vollständiges Skelett des Iguanodon aus, den man nach dieser Fundstelle als Iguanodon bernissartensis bezeichnete. Es wurde 1833 im »Hof von Nassau«, dem Palast- und Museumskomplex in Brüssel ausgestellt und erregte großes Aufsehen.

insi:dious

Die Erwähnung des Flusses Jordan ist interessant, weil sie ein weiterer Hinweis darauf ist, dass sich das »Land Uz«, wo Hiob lebte (Hi 1,1), im Gebiet des späteren Edom befand. Obwohl von dem friedlichen Pflanzenfresser keine Gefahr für Mensch und Tier auszugehen scheint, hätte es doch niemand gewagt, ihn anzugreifen oder zu fangen (Hi 40,24). Normales Vieh lässt sich durch einen Strick mit einem Nasenring sehr gut kontrollieren, nicht aber dieses Mega-Vieh – weder der Behemot noch der Leviatan (Hi 40,26) lassen sich »an der Nase herumführen«. Der Gesamteindruck von dem Behemot ist, dass es sich um ein gewaltiges Tier handelt, das nichts und niemanden fürchtet, aber gleichzeitig friedlich und berechenbar erscheint. Damit ist er ein treffliches Bild für Satan in seinem Charakter als »Engel des Lichts« (2Kor 11,14). Doch der Schein trügt: Satan ist ebenfalls sehr anpassungsfähig. Er steigt auf Berge hinauf und in Sümpfe und Abgründe hinab. Er zeigt sich vernünftig und friedlich – aber auch vor Wut rasend und zerstörerisch. Bei allem verfolgt er das Ziel, Gottes Pläne zunichtezumachen und Menschen in den Untergang zu treiben. Er ist der »Menschenmörder von Anfang an« (Jh 8,44), und kein Mensch kann ihn abwehren. Nur Gott hat die vollständige Autorität über Satan. Den Gläubigen heute, wie Hiob schon damals, sind die Gedanken Satans nicht unbekannt (2Kor 2,11), obwohl selbst Gläubige sich von ihm blenden lassen und die ganze Tiefe seiner raffinierten Verlogenheit nicht durchschauen, wenn er sich in einem religiösen Mäntelchen präsentiert. Aber niemand ist ihm gewachsen. Der einzige Bezwinger ist der Herr Jesus. Er war in der Lage, Satans Versuchung zu widerstehen (Mt 4,1-11) und hat ihn am Kreuz besiegt (Heb 2,14).

Quellennachweis:

Ahuis, F: Behemot, Leviatan und der Mensch in Hiob 38-42 (S. 72-91). Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft (ZAW 123) 2011; doi: 10.1515/ZAW.2011.006

Bochartus, S: Hierozoicon, Sive Bipertitum Opus De Animalibus S. Scripturae (Bd. 1, S. 77). Leiden, NL (Boutesteyn & Luchtmans) 1692; https://transkribus.eu/r/noscemus/#/documents/725075/pages/77

de Koning, G: Job. Toegelicht & toegepast. Zwolle, NL (Daniel) 2016

Fox, MV: Behemoth and Leviathan. Biblica 2012; 93:261-267

Mackey, DF: Monsters in the Book of Job. AMAIC, Australian Marian Academy of the Immaculate Conception; https://www.academia.edu/78946743/Monsters_in_the_Book_of_Job?email_work_card=view-paper

Maydana, SF: Hippopotamus hunting in Predynastic Egypt: Reassessing Archaeozoological evidence. Archaeofauna 2020; 29:137-150; doi: 10.15366/archaeofauna2020.29.009

Meder, A; Diener-Steinherr, A; Oschatz, S: Lebendige Wildnis – Tiere der Flüsse und Bäche (Flusspferde, S. 7-25). Stuttgart (Das Beste) 1994

Paul, MJ: Behemoth and leviathan in the book of Job. Journal of Creation 2010; 24(3):94-100

Bildnachweis:

Wikipedia: Behemot Titel (Iguanodon im Dino Park) / DinoTeam // Mosaik mit Jagdszene / WolfgangRieger // Schädel eines Flusspferdbullen / Raul654 // erstes vollständiges Iguanodon Skelett / RBINS

andere Lizenzen: Flusspferd im Wasser /shutterstock_ID_2189773475 / Roger de la Harpe // Flusspferd von hinten /shutterstock_ID_791640805 / Jana Alfares

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