Das zweite gewaltige Tier, das im Buch Hiob genannt wird, und dessen Name in den meisten Bibelausgaben unübersetzt wiedergegeben wird, weil die Beschreibung zu geheimnisvoll und die Zuordnung zu den bekannten und erforschten Arten zu ungewiss erschien, ist der Leviatan.
Von alters her wurde der Leviatan von vielen Gelehrten mit dem Nilkrokodil (Crocodylus niloticus) identifiziert. Unter den lebenden und in der Region vorkommenden Tieren ist es tatsächlich das einzige, das einige der Merkmale aufweist. Sprachlich konnte der Begriff »Leviatan« allerdings weder im Hebräischen, noch in verwandten Sprachen in Verbindung mit dem Krokodil nachgewiesen werden. Wahrscheinlich wäre dies im Althebräischen ebenfalls als tannin bezeichnet worden (möglicherweise ist das die Bedeutung in Hesekiel 29,3). Im Neuhebräischen wird es, wie im Deutschen, als krokodil bezeichnet. Wenn »Leviatan« also ein existierendes Tier bezeichnet, liegt es auch hier nahe, die ausgestorbenen Tiere, explizit Dinosaurier, mit in Betracht zu ziehen. Das setzt ein biblisches Schöpfungsverständnis voraus, nach dem deren Aussterben nicht vor 65 Millionen Jahren, sondern erst in historischer Zeit geschah. Zunächst aber die biblische Beschreibung:
»Ziehst du den Leviatan herbei mit der Angel, und senkst du seine Zunge in die Angelschnur? Kannst du einen Binsenstrick durch seine Nase ziehen und seinen Kinnbacken mit einem Ring durchbohren? Wird er viel Flehen an dich richten oder dir sanfte Worte geben? Wird er einen Bund mit dir schließen, dass du ihn zum ewigen Knecht nehmen kannst? Wirst du mit ihm spielen wie mit einem Vogel und ihn anbinden für deine Mädchen? Werden die Genossen ihn verhandeln, ihn verteilen unter Kaufleute? Kannst du seine Haut mit Spießen füllen und seinen Kopf mit Fischharpunen? Lege deine Hand an ihn – denke an den Kampf, tu es nicht wieder!
Siehe, eines jeden Hoffnung wird betrogen: Wird man nicht schon bei seinem Anblick niedergeworfen? Niemand ist so kühn, dass er ihn aufreize. – Und wer ist es, der sich vor mein Angesicht stellen dürfte? Wer hat mir zuvor gegeben? Und ich werde ihm vergelten. Was unter dem ganzen Himmel ist, ist mein.
Nicht schweigen will ich von seinen Gliedern und von seiner Kraftfülle und von der Schönheit seines Baues. Wer deckte die Oberfläche seines Gewandes auf? In sein Doppelgebiss, wer dringt da hinein? Wer öffnete die Pforte seines Angesichts? Rings um seine Zähne ist Schrecken. Ein Stolz sind seine starken Schilde, jeder einzelne verschlossen mit festem Siegel. Einer fügt sich an den anderen, und keine Luft dringt dazwischen; Stück an Stück hängen sie fest zusammen, greifen ineinander und trennen sich nicht.
Sein Niesen strahlt Licht aus, und seine Augen sind wie die Wimpern der Morgenröte. Aus seinem Rachen gehen Fackeln, sprühen feurige Funken hervor. Aus seinen Nüstern fährt Rauch wie aus einem siedenden Topf und aus brennenden Binsen. Sein Hauch entzündet Kohlen, und eine Flamme fährt aus seinem Rachen.
In seinem Hals wohnt Stärke, und die Angst hüpft vor ihm her. Die Wampen seines Fleisches schließen an, sind ihm fest angegossen, unbeweglich. Sein Herz ist hart wie Stein und hart wie ein unterer Mühlstein. Vor seinem Erheben fürchten sich Starke, vor Verzagtheit geraten sie außer sich. Trifft man ihn mit dem Schwert, es hält nicht stand, noch Speer noch Wurfspieß noch Harpune. Das Eisen achtet er für Stroh, das Kupfer für faules Holz. Der Pfeil jagt ihn nicht in die Flucht, Schleudersteine verwandeln sich ihm in Stoppeln. Wie Stoppeln gilt ihm die Keule, und er lacht über das Sausen des Wurfspießes.
Unter ihm sind scharfe Tonscherben; einen Dreschschlitten breitet er hin auf den Schlamm. Er lässt die Tiefe sieden wie einen Topf, macht das Meer wie einen Salbenkessel. Hinter ihm leuchtet der Pfad, man könnte die Tiefe für graues Haar halten. Auf der Erde ist ihm keiner gleich, ihm, der geschaffen ist ohne Furcht. Alles Hohe besieht er sich; er ist König über alle wilden Tiere« (Hi 40,25-41,26).

wunder:winder
Dieses Tier weist ebenfalls auf den größten Feind hin und ist ein erstaunliches Gegenstück zum vorhergehenden. Während der Behemot ein Pflanzenfresser ist, handelt es sich bei dem Leviatan, dessen Name »Der-sich-Windende« bedeutet, um ein Raubtier. Der Behemot tritt sanft, friedlich, weiblich auf, der Leviatan wild, aggressiv, männlich; doch beide sind unbezwingbar. Der eine lebt auf dem Festland, der andere im Meer (Ps 104,26). Das Meer ist an sich schon ein Bild des Rebellierens widergöttlicher Mächte im Allgemeinen und aufgewühlter Völker im Besonderen (Jes 17,12; 57,20; Dan 7,2.3; Ps 65,8). Deshalb wird es auch auf der neuen Erde nicht mehr existieren (Offb 21,1). Aber noch tummelt sich Satan darin und lässt es kochen (Hi 41,23). Wir sehen in dem Leviatan den Charakter Satans als »brüllender Löwe« (1Pet 5,8). Er ist absolut unzugänglich, weil sein Herz »hart wie Stein« ist (Hi 41,16). Gott wird ihn am Ende vollständig zerschmettern (Ps 74,13.14) und zertreten (Röm 16,20).
Gott beginnt mit der Frage, ob Hiob dieses erstaunliche Tier mit einem Angelhaken aus dem Wasser ziehen kann (Hi 40,25), wobei klar ist, dass es sich um eine rhetorische Frage handelt und kein Mensch das beschriebene Wesen auf diese Art fangen kann. Der zweite Teil des Verses scheint zunächst nur eine poetisch variierte Wiederholung (synonymer Parallelismus) zu sein. Erstaunlicherweise wird hier ausdrücklich die Zunge erwähnt. Satan ist der »Vater der Lüge« (Jh 8,44) und reizt die Zungen der Menschen zum Bösen (Jak 3,6). Der Mensch kann nicht einmal seine eigene Zunge bändigen (Jak 3,8). Wer aber vermag es? Am Ende wird der Herr Jesus alle Zungen unter Seine Autorität bringen. Selbst Satans Zunge wird Ihm schwören (Jes 45,23) und Ihn als Herrn bekennen (Röm 14,11; Phil 2,11).
Die Frage nach dem Fischzug mag noch als rhetorisch gelten. Schließlich sind schon die richtig großen Fische nicht mehr mit einer einfachen Angel zu fangen. Aber Gott geht weiter: Er fragt, ob es überhaupt eine Möglichkeit gebe, dem Tier mit Stricken und Ketten beizukommen (Hi 40,26). Doch auch das ist dem Menschen nicht möglich.
Gott benutzt das Bild des Leviatan in der Bibel durchgehend für Satan sowie für die von ihm benutzten widergöttlichen Mächte (zum Beispiel Ägypten, Assyrien) und Personen (zum Beispiel Pharao, Gog, Sanherib). Dabei verdeutlicht Er, dass Er genau das tut, wonach Er Hiob hier fragt: »Pharao …, du großes Seeungeheuer … Ich werde Haken in deine Kinnbacken legen« (Hes 29,3.4); »Gog … Ich werde … Haken in deine Kinnbacken legen« (Hes 38,3.4); »Sanherib … König von Assyrien …, ich werde meinen Ring in deine Nase legen« (Jes 37,29). Die satanische Widermacht wird mit verschiedenen Bildern beschrieben: »An jenem Tag wird der Herr mit seinem harten und großen und starken Schwert heimsuchen den Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird das Ungeheuer töten, das im Meer ist« (Jes 27,1). Hierbei scheint es so zu sein, dass der Begriff für Seeungeheuer (das hebr. Wort tannin kann sinngemäß mit »langgestreckt« übersetzt werden) eine allgemeine Sammelbezeichnung ist (1Mo 1,21), während es sich beim Leviatan (und vielleicht auch bei »Rahab« – Hi 26,12; Ps 89,11; Jes 51,9) um eine konkrete Art handelt.
Von diesem aggressiven Wesen sind keine Bitten oder sanfte Worte zu erwarten (Hi 40,27). Betörende Worte passen eher zum Charakter der listigen Schlange. Auch ein Bundesschluss ist ausgeschlossen; auf eine freiwillige Unterordnung wird man vergeblich warten. Gott deutet hier erneut auf das Wesen Satans hin. Er vergleicht ihn deswegen mit einem Tier, weil das Böse zutiefst irrational (Ps 73,22; 2Pet 2,12; Jud 10) und selbstzerstörerisch ist. Satan herrscht, durch das Böse getrieben und sein Ziel im Bösen suchend.
Diese Situation ist eine Folge des Sündenfalls. Gott hatte dem Menschen die Herrschaft über alle Tiere gegeben (1Mo 1,28). Auch nach dem Sündenfall waren die Tiere im Prinzip noch in die Hand des Menschen gegeben (1Mo 9,2), aber er konnte diese Herrschaft nun nicht mehr vollständig ausüben. Es ist ähnlich wie mit der Herrschaft über das eigene Handeln. Obwohl der Mensch dafür voll verantwortlich ist und einen eigenen, freien Willen hat, kann er das Gute nicht aus eigener Kraft tun, selbst wenn er will (Röm 7,19).
In der gefallenen Schöpfung wurden viele Tiere zu Feinden des Menschen, und einige Seeungeheuer waren so gefährlich, dass man sogar Wachen gegen sie aufstellen musste (Hi 7,12). Offensichtlich konnten sie ihre Beute auch an Land schlagen. Das alles ist nur ein sehr schwaches Bild von der Macht, die Satan jetzt in der Schöpfung ausübt. Er ist der »Fürst« (Jh 14,30) und »Gott dieser Welt« (2Kor 4,4).
Wer den Leviatan als Spielzeug benutzen will, wird sich die Finger verbrennen (Hi 40,29). Diese Warnung gilt bis heute denen, die sich durch okkulte Praktiken (Tischrücken, Pendeln, Wahrsagen usw.) spielerisch böser Mächte bedienen und davon fasziniert sind. Ihnen sollte klar sein, dass Satan seine Macht niemals in den Dienst menschlichen Amüsements stellt, sondern seine eigenen Ziele verfolgt. Auch für die wirtschaftlichen Interessen des Menschen wird er sich nicht selbstlos hergeben (Hi 40,30). Wenn es auch Menschen gibt, die mit Hilfe seiner Macht große Gewinne machen und sogar ihren Lebensunterhalt damit bestreiten (Apg 16,16), begeben sie sich damit doch in eine gefährliche Abhängigkeit.
kampf:echse
Herkömmliche Waffen, Spieße und Fischharpunen (Hi 40,31) können diesem monströsen Raubtier nicht schaden. In der Tat gibt es viele Tierarten, deren Panzerung derart massiv ist, dass sie mit den Kampfmitteln der Antike nicht wirkungsvoll durchdrungen werden konnten (siehe auch Hi 41,6-8.17-20); also in einer direkten Konfrontation nicht getötet werden konnten. Wer sich jemals auf eine Auseinandersetzung mit dem Leviatan eingelassen und diese überlebt hat, wird diesen Fehler nie wieder begehen (Hi 40,32). Das ist ein starkes Argument gegen die Zuordnung des Krokodils, das zu allen Zeiten von Menschen als Beute erlegt wurde und für geübte Jäger keinesfalls unüberwindlich ist.

Schon der bloße Anblick des Leviatan wird einem im ohnehin aussichtslosen Kampf den ganzen Mut rauben (Hi 41,1). Es sollte Hiob ernüchtern, dass er noch nicht einmal in der Lage ist, gegen Tiere anzukommen, über die ihm die Herrschaft offiziell übertragen worden war (1Mo 1,28). Wie viel weniger kann er gegen Satan ankommen, der ihm nie unterstellt war, oder gegen Gott auftreten, der alle Geschöpfe in seiner Hand hält! Er muss dieses Ansinnen (Hi 13,3; 23,3) als Irrweg erkennen. Diese Schlussfolgerung spricht nun auch Gott selbst aus. Wenn Hiob nicht die Kühnheit hat, den Leviatan aufzustören, wie viel weniger kann er es wagen, sich vor seinen Schöpfer zu stellen (Hi 41,2). In dieser Ausdrucksweise schwingt allerdings noch ein weiterer Aspekt mit. Satan, der als Geschöpf wie Hiob ebenso gering und ohnmächtig ist, wagt es trotzdem, sich vor das Angesicht des Herrn zu stellen (Hi 1,6.12; 2,1.7) und ihn (gegen Hiob) aufzureizen (Hi 2,3). Auch wenn es den Anschein hat, er könne sich das »leisten«, zeigt die Offenbarung über die Zukunft, dass auch er dafür am Ende gerichtet wird. Gott betont noch einmal, dass er niemandem, auch nicht Satan, irgendetwas schuldig ist (Hi 41,3). Wenn er auf Satans Herausforderung eingeht, dann nur, um damit die Offenbarung Seines eigenen Wesens, des Wesens Satans und des Wesens des Menschen weiter voranzubringen und in ganz besonderem Licht erstrahlen zu lassen. Paulus zitiert diesen Vers in einem gewaltigen Lobpreis (Röm 11,35), nachdem er über die absolute Souveränität Gottes geschrieben hat. Gottes unanfechtbarer Besitz- und Herrschaftsanspruch erstreckt sich über alle Seine Schöpfungswerke. Nachdem die Frage der Autoritäts- und Kräfteverhältnisse geklärt ist, beschreibt Gott dieses Tier, über dessen Aussehen und besondere Eigenschaften (Hi 41,4) bis hierher noch gar nichts gesagt wurde.
panzer:platten
Ohne eine konkrete Vorstellung zu haben, von welchem realen Tier hier die Rede ist, lässt sich kaum beurteilen, wie gut die Übersetzung die einzelnen Merkmale beschreibt. Verschiedene ausgestorbene Formen sind vorgeschlagen worden; jede eindeutige Zuordnung scheitert allerdings daran, dass nicht bekannt ist, welche Tierart die Fähigkeit hatte, Feuer zu speien (Hi 41,10-12). Das »Aufdecken des Gewandes« ist ein Ausdruck für Entblößung und Erniedrigung (Hi 41,5), und das Doppelgebiss ist eine furchtbare Waffe. Das beschriebene Tier war stark gepanzert, und niemand konnte es dieses Schutzes berauben. Nur der Herr Jesus nimmt dem Starken »seine ganze Waffenrüstung weg« (Lk 11,22) und hat ihn »ausgezogen« (d. h. »völlig entwaffnet«, Kol 2,15). Das gewaltige Maul wird poetisch als »Pforte des Angesichts« bezeichnet (Hi 41,6).

Wenn auch die biologische Art nicht benannt werden kann, so deutet die Beschreibung auf eine räuberische Riesenechse hin, unter deren Vertretern sehr viele Arten mit ausgesprochen starken Gebissen sind. So hat unter den heute lebenden Landtieren das Krokodil mit 1.300 kg/cm2 die weitaus stärkste Beißkraft (zum Vergleich: Löwe 180, Tiger 155, Mensch 82). Unter den ausgestorbenen Echsen wird sie den Großtheropoden (große Raubsaurier wie Tyrannosaurus Rex, Gigantosaurus, Spinosaurus) zugeschrieben (über 3000 kg/cm2). Kein Mensch kann diese Kiefer öffnen, wenn sie sich einmal geschlossen haben. Interessant, dass die Frage so herum gestellt wird, denn die Reptilien haben bemerkenswerterweise zwar sehr starke Muskeln zum Schließen, aber meistens nur sehr schwache Muskeln zum Öffnen des Mauls. Einem Krokodil beispielsweise kann ein Mensch die Schnauze mit den Händen zuhalten. Doch selbst wenn das beschriebene Untier zum Öffnen seines Rachens die gleiche große Kraft hätte – Gott würde ihn verschließen können, so wie Er den Rachen der Löwen verschloss, um Daniel zu retten (Dan 6,23; Heb 11,33).
Die Beschreibung des Schuppenpanzers ist ein poetischer Höhepunkt (Hi 41,7-9). Er schützte das Tier sehr zuverlässig gegen alle gängigen Waffen jener Zeit (vgl. Hi 40,26; 41,18-21). Die verwendeten Bilder sind für uns gut nachvollziehbar. Ein Rundumschutz wie der Schuppenpanzer ist ein offensichtliches Werk schöpferischer Perfektion. Was mit dem Niesen des Tieres (Hi 41,10) gemeint ist, lässt sich nicht leicht deuten. Da alle wasserlebenden Echsen und Saurier Lungenatmer sind, könnte man sich vorstellen, dass es den Atem beim Auftauchen als Wasserdampffontäne (ähnlich dem »Blas« der Walartigen) ausstieß. Durch Lichtbrechung ergab sich vielleicht ein ähnlicher Effekt, wie wenn die aufgehende Morgensonne sich im Frühnebel bricht und diesen erstrahlen lässt. Die »Wimpern der Morgenröte« sind jedenfalls ein poetischer »stehender Begriff« für die ersten Sonnenstrahlen des heraufdämmernden Tages (Hi 3,9).
flammen:werfer
Die nächsten Verse (Hi 41,11-13) beschreiben in verschiedenen Bildern die Fähigkeit des Tieres, Feuer zu speien. Die Wortwahl ist dabei so eindeutig, dass es weder als poetische Ausdrucksweise noch als reine Symbolik abgetan werden kann, obwohl die Bibel genau dieses Phänomen auch in einem symbolischen Zusammenhang verwendet (Offb 9,17). Da die umgebenden Verse aber alle reale Merkmale und Eigenschaften beschreiben, ist es unwahrscheinlich, dass diese Verse als rein bildhafte Darstellung zu verstehen sind. Trotzdem bleibt unklar, welche reale Sache damit umschrieben wird. In der Biologie ist eine derartige Fähigkeit von keiner ausgestorbenen Tierart bekannt. Das ist allerdings nicht weiter verwunderlich. Viele erstaunliche Vorrichtungen können allein von Skelettfunden her nicht rekonstruiert werden. Wenn uns zum Beispiel die Elefanten nur als Skelett bekannt wären, würde wohl niemand glauben, dass dieses Tier statt einer gewöhnlichen Nase ein perfektes Multifunktionswerkzeug (geschickte Greifhand, starker Hebelarm, gefährliche Keule, langer Schnorchel, laute Trompete, Wasserspritze und -dusche usw.) mitten im Gesicht baumeln hatte. Die geniale Radarortung der Fledermäuse; Fische, die elektrische Schläge austeilen; Wahrnehmung ultravioletter und infraroter Wellenlängen und Tonfrequenzen im Bereich des Ultra- und Infraschalls sowie der Magnetsinn vieler Tiere sind nicht weniger erstaunlich und in den (toten) Körpern der Tiere nicht erkennbar. Sie sind überhaupt oft nur in ausgeklügelten Experimenten nachzuweisen. In ähnlicher Weise ist es denkbar, dass ausgestorbene Formen Vorrichtungen zum gezielten Verströmen und Entzünden brennbarer Gase oder Flüssigkeiten hatten. Das hierfür verwendete Wort nechir (mit »Nüstern« übersetzt, Hi 41,12) kommt nur an dieser Stelle vor und könnte alles Mögliche bezeichnen. Die Bombardierkäfer (Brachinae) liefern einen Beleg für die prinzipielle Möglichkeit derartiger Konstruktionen in der Biologie. Die Vielfalt der Überlieferungen über feuerspeiende Wesen aus allen Teilen der Welt ist ein starkes Indiz dafür, dass sie auf den wahren Kern existierender Kreaturen zurückgehen.

hart:herz
Die nächsten Verse beschreiben einen muskulösen und kompakten Körperbau (Hi 41,14.15). Die Angst, die von ihm ausgeht, weist ihn eindeutig als gefährlichen Räuber aus. Das steinharte Herz (Hi 41,16) kann ein Hinweis auf Erbarmungslosigkeit und Unzugänglichkeit sein (Hes 2,4). In der Bibel ist die »Verhärtung des Herzens« in vielen Versen ein Bild für den Eigenwillen des Menschen, der sich gegenüber Gott verschließt (Jes 63,17; Eph 4,18; Heb 3,8; 4,7). Auch hieran wird deutlich, dass nicht nur ein Tier beschrieben wird. Tiere haben keine Emotionen oder Einsicht wie der Mensch. Auf Satan bezogen ist die absolute Verhärtung des Herzens zum Bösen seit seinem Fall ein augenfälliges Merkmal. Die Härte wird hier als ein Superlativ beschrieben. Für den unteren Stein einer Mühle (Bodenstein, Stator) wurden die härtesten Steinqualitäten verwendet, die man bekommen konnte. Dieser Stein war fest eingebaut; der obere Stein (Läufer, Rotor) wurde dagegen ausgewechselt, wenn er abgenutzt war. Nicht nur hilflose Beutetiere, sondern sogar die Starken und Wehrhaften fürchten sich vor dem Leviatan (Hi 41,17). Vielleicht hatte er wirklich die Möglichkeit, seinen Körper hoch aufzurichten. Wie schon in Hiob 40,31 angesprochen, sind die verfügbaren Hieb- und Stichwaffen jener frühen Zeit nicht geeignet, um seine Panzerung zu durchbrechen; selbst die verschiedenen Geschosse können ihm nichts anhaben (Hi 41,18-21). Es ist offensichtlich, dass dies eine weitere Parallele zu Satan ist, dem kein Mensch etwas anhaben kann. Der folgende Vers (Hi 41,22) klingt so, als ob das Tier gewöhnlich im Wasser geschwommen ist, im Ausnahmefall aber auch an Land Beute schlug (weshalb man sogar Wachen gegen es aufstellen musste – Hi 7,12). Vielleicht schleifte es seinen schwer gepanzerten Körper dabei über die schlammige Uferzone und riss mit den Spitzen der Hornplatten den Untergrund auf. Einige Reptilien und Amphibien, die wir heute kennen, hinterlassen jedenfalls derartige Schleifspuren. Mit dem Sieden des Wassers (Hi 41,23) sind möglicherweise die Wasserstrudel und Blasenschleier beschrieben, die das Tier beim Tauchen erzeugt. Die Beschreibung des leuchtenden Pfades hinter dem Tier (Hi 41,24) erinnert dagegen an das Phänomen des Meeresleuchtens, das durch mikroskopisch kleine Einzeller (z. B. Dinoflagellaten) erzeugt wird. Wenn sie durch einen mechanischen Reiz angeregt werden – wie ihn ein großes Objekt auslöst, das sich schnell bewegt –, geben diese Algen, die auch als »Phytoplankton« bezeichnet werden, chemisch erzeugtes Licht ab. Man spricht dann von »Biolumineszenz«. Bei idealen Sicht- und Lichtverhältnissen können mithilfe dieser Lichtstreifen sogar U-Boote von Satelliten geortet werden.

spino:saurus
Am Schluss der Beschreibung stellt sich erneut die Frage, um welches real existierende Tier es sich handelt. Der ausgestorbene Riesenhai Megalodon (»Riesenzahn«) von dem man nur Zähne (die bis zu 18 Zentimeter hoch sind) gefunden hat, war mit einem Doppelgebiss (zwei hintereinanderliegende Zahnreihen) wohl einer der furchtbarsten Meeresräuber. Ihm wird, den meisten Rekonstruktionen zufolge, auch der absolute Rekord in der Beißkraft zugeschrieben (18.000 kg/cm2). Er war aber wahrscheinlich nicht in der beschriebenen Art gepanzert und hatte wohl auch nicht die Fähigkeit, sich aus dem Wasser zu begeben. Die gigantischen Großtheropoden, von denen Tyrannosaurus Rex der bekannteste ist, sind überwiegend landlebend, jedoch nicht alle.
Persönlicher Favorit des Autors für die Rolle des Leviatan ist der Spinosaurus (»Dornenechse«). Er war der größte fleischfressende Dinosaurier, lebte wohl überwiegend im Wasser, hatte ein mächtiges Gebiss und einen sehr kräftigen, langen Hals. Mit seinem langen Schwanz, seinen ausgeprägten Krallenhänden und einem hohen Rückenschild entspricht er außerdem sehr gut den Darstellungen von Drachen, die weltweit seit frühester Zeit anzutreffen sind. Der Ausdruck afik magnim kann mit »Rillen-Schilde« übersetzt werden (Hi 41,7) und würde sein hohes Rückensegel mit den darin eingebetteten Knochenstrahlen (verlängerte Dornfortsätze der Rückenwirbel, bis zu 2,50 Meter lang) treffend beschreiben.

Er wurde bis zu 18 Meter lang und bis zu 9 Tonnen (nach einigen Wissenschaftlern über 20 Tonnen) schwer. Wahrscheinlich konnte er sich auf zwei Beinen aufrichten (vgl. Hi 41,17). Einige Merkmale deuten darauf hin, dass er sich überwiegend von Fischen und anderen wasserlebenden Sauriern ernährte, aber er konnte auch an Land gehen. Nach allem, was bisher bekannt ist, ähnelt seine Lebensweise derjenigen der Krokodile. Mit seinen Krallen und Zähnen konnte er vermutlich sogar große Fische erbeuten und verschlingen. Die beiden einzigen Funde stammen aus Ägypten und Marokko, was ebenfalls ein Hinweis auf eine mögliche Verbreitung in der Region sein kann, in der auch Hiob lebte. Doch selbst wenn diese, zugegebenermaßen ziemlich spekulative, Zuordnung durch weitere Funde und Erkenntnisse eindeutiger zu treffen wäre, so bliebe doch festzuhalten: Kein bekanntes lebendes oder ausgestorbenes Tier ist so einzigartig, dass man es derart herausheben würde, wie es die zwei Schlüsselverse (Hi 41,25.26) am Ende tun. Sie weisen deshalb am allerdeutlichsten darauf hin, dass es bei der Beschreibung des Tieres letztendlich um Satan geht. Denn auch hier fehlt der Hinweis »der geschaffen ist« nicht. Auch Satan ist nur ein Geschöpf. Er mag vollkommen autark erscheinen, als er sich vor Gottes Angesicht stellt und Ihn reizt (vgl. Hi 41,2). Am Ende erst wird sichtbar, dass Gott sein aggressives und rebellisches Gebaren in seinem Weg mit Hiob für Sein eigenes Ziel verwendet (vgl. 2Mo 9,16; Röm 9,17). Wie so vieles in der Bibel lässt sich das Buch Hiob nur vom Ende her verstehen: »Das Ende des Herrn habt ihr gesehen« (Jak 5,11).

Der größte Feind und der größte Freund
Wenn wir im Leviatan eine bildhafte Beschreibung Satans erkennen (der in Offenbarung 12,3.4 auch »Drache« genannt wird), so ist es berührend, ihm den Herrn Jesus gegenüberzustellen, der ganz gegensätzliche Kennzeichen offenbarte.
Satan ist der »Menschenmörder von Anfang an« und »Vater der Lüge« (Jh 8,44). Er begegnet uns als größter Feind, tritt als Gewaltiger und Gewalttätiger auf und verliert am Ende. <<>> Der Herr Jesus ist der »Urheber des Lebens« (Apg 3,15) und »die Wahrheit« (Jh 14,6). Er begegnet uns als größter Freund, wird in Schwachheit gekreuzigt und ist am Ende der Sieger.
Die Herrschaft des Leviatans wurde anerkannt: »Er ist ein König über alle Stolzen« (Hi 41,26 SB), und: »Wird man nicht schon bei seinem Anblick niedergeworfen?« (Hi 41,1). <<>> Die Herrschaft des Herrn wurde abgelehnt. Er war »der Menschen Hohn und der vom Volk Verachtete« (Ps 22,7) und »er war verachtet, und wir haben ihn für nichts geachtet« (Jes 53,3). Sie riefen ihm zu: »Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!« (Lk 19,14), und forderten von Pilatus: »Schreibe nicht: Der König der Juden, sondern dass jener gesagt hat: Ich bin der König der Juden« (Jh 19,21).
Der Leviatan zeigte äußere Stärke und Schönheit: »Nicht schweigen will ich von seinen Gliedern und von seiner Kraftfülle und von der Schönheit seines Baus. … Die Wampen seines Fleisches schließen an, sind ihm fest angegossen, unbeweglich« (Hi 41,4.15). <<>> Der Herr wurde schwach: »Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe« (Ps 22,16), Sein Körper wurde geschändet: »Alle meine Gebeine haben sich zertrennt« (Ps 22,15), und Er hatte keine äußere Schönheit: »So entstellt war sein Aussehen, mehr als irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als der Menschenkinder« (Jes 52,14). »Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir ihn begehrt hätten« (Jes 53,2).
Der Leviatan war hartherzig und stolz: »Sein Herz ist hart wie Stein und hart wie ein unterer Mühlstein« (Hi 41,16). »Auf alles Hohe blickt er herab« (Hi 41,26 Rev). <<>> Der Herr Jesus war sanft und bescheiden: »Ich aber bin ein Wurm und kein Mann« (Ps 22,7). »Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig« (Mt 11,29).
Der Leviatan war in Schlamm, Kot und tiefem Wasser in seinem Element: »Unter seinem Bauch ragen Zacken hervor; sie lassen Spuren im Schlamm zurück, als wäre ein Dreschschlitten darüber gefahren. Er lässt die Tiefe brodeln wie kochendes Wasser, das Meer wallt auf wie Salbe im Kochtopf« (Hi 41,22.23 Hfa). Es ist sein Betätigungsfeld: »Die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer, denn es kann nicht ruhig sein, und seine Wasser wühlen Schlamm und Kot auf« (Jes 57,20) <<>> Für den Herrn Jesus waren Schlamm und Wasser Symbole Seiner größten Bedrängnis: »Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut überströmt mich. … Zieh mich heraus aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke! Lass mich errettet werden von meinen Hassern und aus den Wassertiefen!« (Ps 69,3.15). »Er hat mich heraufgeführt aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm« (Ps 40,3).
Der Leviatan wurde durch einen mächtigen Panzer geschützt: »Und schau dir seinen Schuppenpanzer an: wie eine Reihe von Schilden, fest miteinander verbunden! Eine Schuppenplatte sitzt neben der anderen, kein Lufthauch geht zwischen ihnen hindurch! Sie hängen fest aneinander und sind so eng verbunden, dass niemand sie auseinanderreißen kann« (Hi 41,7-9 Hfa). <<>> Die verletzliche Haut des Herrn wurde furchtbar aufgerissen: »Pflüger haben auf meinem Rücken gepflügt, haben lang gezogen ihre Furchen« (Ps 129,3), als Er ausgepeitscht wurde: »Da nahm nun Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln« (Jh 19,1).
Der Leviatan erschien unverwundbar: »Kannst du mit Speeren seinen Körper spicken, mit der Harpune seinen Kopf durchbohren?« (Hi 40,31 GN). <<>> Der Herr wurde vielfach durchbohrt. Als sie Ihn an das Kreuz nagelten: »Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben« (Ps 22,17), und als sie Ihn mit Dornen krönten: »Und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie ihm auf das Haupt und [..] nahmen den Rohrstab und schlugen ihm auf das Haupt« (Mt 27,29.30), und als sie Seinen Tod nachwiesen: »einer der Soldaten durchbohrte mit einem Speer seine Seite« (Jh 19,34).
Der Leviatan wusste sich seiner Haut zu wehren: »Wer deckte die Oberfläche seines Gewandes auf?« (Hi 41,5) oder »Wer kann ihm den Panzer ausziehen?« (Hi 41,5 Lu). <<>> Der Herr verteidigte Seine Kleider nicht: »Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los« (Ps 22,19, vgl. Mk 15,24; Lk 23,34; Jh 19,23.24), und: »sie zogen ihn aus« (Mt 27,28).
An dem Leviatan prallten menschliche Attacken einfach ab: »Jeder Schwerthieb gegen ihn bleibt ohne Wirkung; Speer, Pfeil und Lanze prallen ab. Waffen aus Eisen fürchtet er nicht mehr als einen Strohhalm, und Bronze ist für ihn wie morsches Holz. Mit Pfeilen lässt er sich nicht in die Flucht jagen, Schleudersteine hält er bloß für Grashälmchen und eine Keule für dürres Stroh. Er kann nur lachen, wenn die Speere auf ihn sausen« (Hi 41,18-21 Hfa). <<>> Der Herr lieferte sich der Gewalttat der Menschen aus: »Errette vom Schwert meine Seele« (Ps 22,21). »Schwert, erwache … Schlage den Hirten« (Sach 13,7). »Ich bot meinen Rücken den Schlagenden und meine Wangen den Raufenden, mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel« (Jes 50,6). »Dann spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber schlugen ihm ins Angesicht« (Mt 26,67).
Der Leviatan ließ sich nicht fangen: »Kannst du den Leviatan fangen mit der Angel und seine Zunge mit einer Fangschnur fassen? Kannst du ihm ein Binsenseil an die Nase legen und mit einem Haken ihm die Backen durchbohren?« (Hi 40,25.26 Lu). <<>> Der Herr ließ sich widerstandslos festnehmen und binden: »Eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt« (Ps 22,17); »Dann traten sie herzu und legten die Hände an Jesus und griffen ihn« (Mt 26,50); »Die Schar nun und der Oberste und die Diener der Juden nahmen Jesus fest und banden ihn« (Jh 18,12).
Der Leviatan kannte keine Angst: »Auf der Erde ist ihm keiner gleich, ihm, der geschaffen ist ohne Furcht« (Hi 41,25). <<>> Der Herr wusste und fürchtete, was Ihm bevorstand: »Und er fing an, betrübt und beängstigt zu werden. … Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod« (Mt 26,37.38); »Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muss, und wie bin ich beengt, bis sie vollbracht ist!« (Lk 12,50).
Aus dem Maul des Leviatan zischten nur Feuer und Rauch: »Wird er … dir freundliche Worte sagen? … Aus seinem Rachen schießen Fackeln; Feuerfunken sprühen aus ihm heraus. Aus seinen Nüstern kommt Rauch hervor wie aus einem siedenden Topf und einem Kessel. Sein Hauch entzündet Kohlen, eine Flamme schießt aus seinem Rachen« (Hi 40,27; 41,11-13 SB). <<>> Aus dem Mund des Herrn kam nur Gutes: »Und alle gaben ihm Zeugnis und verwunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen« (Lk 4,22); »das ganze Volk hing an Seinem Mund« (Lk 19,48); »… der keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Mund gefunden« (1Pet 2,22). Er wehrte sich nicht mit seinem Mund: »Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf« (Jes 53,7; vgl. Apg 8,32), stattdessen bat Er für Seine Feinde: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!« (Lk 23,34).
Der Leviatan ist der Todfeind des Menschen. Er wird sich niemals auf seine Seite stellen: »Wird er einen Bund mit dir schließen?« (Hi 40,28). <<>> Der Herr ist der »Todfreund« des Menschen: »Denn die Liebe ist gewaltsam wie der Tod« (Hld 8,6); »Da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende« (Jh 13,1); »Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde« (Jh 15,13). Er gab Sein Leben dafür, uns die Segnungen des ewigen Bundes zu schenken: »Dies ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden« (Mt 26,28 vgl. Mk 14,24; Lk 22,20; 1Kor 11,25).
Der Leviatan dient niemandem: »… dass du ihn zum ewigen Knecht nehmen kannst?« (Hi 40,28). <<>> Der Herr kam, um uns zu dienen: »Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele« (Mk 10,45). Er ging nicht frei aus, sondern wurde zum »ewigen Knecht«: »Wenn aber der Knecht etwa sagt: Ich liebe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder, ich will nicht frei ausgehen, so soll sein Herr ihn vor die Richter bringen …, und er soll ihm dienen auf ewig« (2Mo 21,5.6).
Gegen den Leviatan wird man kein zweites Mal kämpfen wollen, wenn man sich an seinen Kampf erinnert: »Lege deine Hand an ihn – denke an den Kampf, tu es nicht wieder!« (Hi 40,32). <<>> Der Herr Jesus möchte, dass wir uns an Seinen »Kampf« erinnern. Dafür hat Er Brot und Wein als Gedenkzeichen eingesetzt: »Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird« (Lk 22,19.20). Dieser »Kampf« braucht nicht wiederholt zu werden: »Denn es hat ja Christus einmal für Sünden gelitten« (1Pet 3,18), ja, er kann gar nicht wiederholt werden, denn es war das »ein für alle Mal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi« (Heb 10,10), »denn was er gestorben ist, ist er ein für alle Mal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott« (Röm 6,10).
Welch ein Freund ist unser Jesus,
o wie hoch ist Er erhöht!
Er hat uns mit Gott versöhnet
und vertritt uns im Gebet.
Wer mag sagen und ermessen,
wieviel Heil verloren geht,
wenn wir nicht zu Ihm uns wenden
und Ihn suchen im Gebet.
Joseph Medlicott Scriven (1819 – 1886)
Quellennachweis:
Hartmann, F: Das Geheimnis des Leviathan (S. 29-39). Berneck (Schwengeler) 1994
Hone, D; Holtz, T: Evaluating the ecology of Spinosaurus: shoreline generalist or aquatic pursuit specialist? Palaeontologia Electronica 2021; 24(1):a03; doi: 10.26879/1110; www.palaeo-electronica.org/content/2021/3219-the-ecology-of-spinosaurus
Sheridan, P: Herodotus on How to Catch a Nile Crocodile. Anecdotes from Antiquity, 14.06.2015; aufgerufen am 21.01.2026: https://www.anecdotesfromantiquity.com/herodotus-on-how-to-catch-a-nile-crocodile
Stembridge-King, J; Wilkin, JTR: The lifestyle of Spinosaurus. Geology Today 2025; 41:118-122; doi: 10.1111/gto.12516; https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/gto.12516
Witton, M; Tattersdill, W: The ‘Spin’in Spinosaurus: inventing a modern dinosaur superstar. Paleontology in public 2025; eprints:79-108; https://eprints.gla.ac.uk/310005/2/310005.pdf
Bildnachweis:
Wikipedia: Nilkrokodil im Kölner Zoo / Reinhold Möller // altägyptisches Wandfries mit Krokodiljagd / Sailko // Größenvergleich Raubsaurier / Matt Martyniuk // Skelettrekonstruktion vom Spinosaurus / Kabacchi
andere Lizenzen: KI-Bild: Leviatan Titel (Spinosaurus mit Urzeitszenario) // Spinosaurus aufgerichtet auf Land /shutterstock_ID_2356028597 / Jaime Calderon // KI-Bild: Spinosaurus feuerspeiend // KI-Bild: Spinosaurus greift Dorf an
Link zum Buch: https://www.daniel-verlag.de/produkt/ wimmelwesen
