Die Mücken (Nematocera) bilden eine der beiden Unterordnungen der Zweiflügler (Diptera). Längst nicht alle von ihnen saugen Blut, und zum Glück stechen nur wenige die Menschen. Aber jeder kennt diese summenden Plagegeister, die gelegentlich in solchen Massen auftreten, dass sie tatsächlich zur Plage werden – wie die Ägypter zur Zeit Moses zu spüren bekamen.
Mit seinem dichten Netz aus Flussläufen, Kanälen, Teichen und bewässerten Feldern ist das Nildelta ein ideales Brutgebiet für Stechmücken (Culicidae). Sie werden mit dem hebräischen Wort ken (2Mo 8,12-14; Ps 105,31) und möglicherweise auch dem griechischen Wort konops (Mt 23,24) bezeichnet. In Ägypten sind seit der Antike bis heute verschiedene Arten beheimatet. Die verbreitetsten sind die Gelbfiebermücke oder Ägyptische Tigermücke (Aedes aegypti), die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) und die Ägyptische Fiebermücke (Anopheles pharoensis) – lästige Blutsauger, die Warmblüter mit ihren Stichen quälen, wie es bei der dritten Plage über Ägypten beschrieben wird: »Sie überfielen Menschen und Tiere« (2Mo 8,13 NeÜ). Den meisten Schaden richten Mücken allerdings nicht durch die lästig juckenden Quaddeln an, die durch ihr Speichelsekret verursacht werden, sondern durch Krankheitserreger, die sie damit verbreiten. Aedes überträgt Dengue-, Gelbfieber und Zika-Viren, Culex überträgt das West-Nil-Virus und parasitische Fadenwürmer (Filariose) und Anopheles ist als Überträger einzelliger Parasiten der Gattung Plasmodium berüchtigt – den Malariaerregern. Da ihre Injektionen jährlich bei mindestens 800.000 Opfern zum Tod führen, gelten die Stechmücken heute als die mit Abstand gefährlichsten Tiere der Welt.

konop:tikum
Den Zusammenhang zwischen Mücken und den von ihnen übertragenen Krankheiten konnte man im Altertum zwar nur erahnen, aber sie wurden sicher schon damals als lästig empfunden. Es gibt einige historische Hinweise auf verschiedene Mückenabwehrsysteme. Höchstwahrscheinlich war auch das »Geflecht aus Ziegenhaar« (1Sam 19,13.16), das Davids Frau Michal am Kopfende seines Bettes drapierte, um seine Anwesenheit vorzutäuschen, ein »Moskitonetz«. Seine Verwendung ist jedenfalls seit früher Zeit belegt und auf Griechisch wurde es als konopsion bezeichnet. Die davon abgeleitete deutsche Bezeichnung »Konopium« ist veraltet, aber das englische Wort »canopy« ist nach wie vor ein allgemeiner Begriff für alle möglichen Arten von Abdeckungen, Überdachungen und Schutzvorhängen.

zeichen:setzung
In einigen Studien wird darauf hingewiesen, dass der Nil im April seinen Tiefstand erreicht und zur Zeit der Mückenplage wahrscheinlich große Flächen der Ufer Sumpfgebiete waren (der Auszug fand Ostern statt, die Plagen folgten dicht aufeinander). Dieser Zusammenhang besteht zwar, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei allen Plagen eindeutig um übernatürliche Ereignisse handelte. Die ägyptischen Zauberer konnten das Wunderzeichen von Mose diesmal nicht nachahmen. Sie erkannten darin eine außerordentliche Schöpfermacht und sagten: »Das ist Gottes Finger!« oder vielleicht besser übersetzt: »Das ist ein Fingerzeig Gottes« (2Mo 8,15 NGÜ). Der Herr Jesus gebraucht den gleichen Ausdruck, als Er ein Wunder tut, das nach jüdischer Auffassung dem Messias vorbehalten war, und einen stummen Besessenen heilt (Mt 12,22-37; Lk 11,14-23). Möglicherweise lag das daran, dass mit einem Sprachlosen keine Kommunikation möglich war und daher der Name des Dämons nicht erfragt werden konnte, wie es sonst oft geschah (Mk 5,9; Lk 8,30). Jedenfalls zeigt die Reaktion der Volksmenge und der Schriftgelehrten, dass sie erkannten, dass sie sich der Außerordentlichkeit der Ereignisse bewusst waren. Sie schrieben dieses Wunder schließlich der Macht Satans zu, aber Jesus Christus zeigte hier auf, wie unsinnig es wäre, wenn der Fürst der Dämonen seine bösen Geister in Menschen senden und gleichzeitig anderen Menschen die Macht verleihen würde, sie wieder auszutreiben. Vielmehr sollten sie daran erkennen: »Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen« (Lk 11,20).

sinn:flut
Die Offenbarung und Erkenntnis der göttlichen Schöpfermacht und Menschen, die dagegen ankämpfen, sind auch das Thema von Paulus, als er viele Jahrhunderte später auf die Szene im Alten Ägypten Bezug nimmt: »So wie die ägyptischen Zauberer Jannes und Jambres sich Mose entgegenstellten, so widersetzen sich diese falschen Lehrer der Wahrheit. Ihre Ansichten sind verdreht und wirr, ihr Glaube hält keiner Prüfung stand. Auf die Dauer werden sie aber ihr Unwesen nicht treiben können. Mit der Zeit wird jeder durchschauen, dass sie ohne Sinn und Verstand sind. Genauso ist es den beiden ägyptischen Zauberern ergangen« (2Tim 3,8.9 NGÜ).

Hier werden die »letzten Tage« beschrieben – unsere Zeit! Wie keine Generation vor uns werden wir mit einer gewaltigen Flut von Daten konfrontiert, die eindeutige »Fingerzeige Gottes« sind. Ob es die grandiose »Feinabstimmung des Universums« (FTU) ist, in der die Naturkonstanten mit unfassbarer Präzision auf einen bestimmten Wert festgelegt sind, die Enthüllung, dass »codierte Information« nicht in Zufallsprozessen entstehen kann, die Erkenntnis, dass es nicht den Hauch einer plausiblen Theorie zum Ursprung des Lebens gibt, ob tiefe Einblicke in ein geniales Design durch die moderne Genetik, oder die Erkenntnis, dass es »geistige Entitäten« gibt, die mehr als Materie und Energie erfordern, oder, oder, oder …
Wenn es um Ursprungsfragen geht, begegnen wir einem Schöpfer, der nicht nur »Staub zu Mücken«, sondern sogar »Staub zu Menschen« gemacht hat (1Mo 2,7) und sich in Seinem Wort deutlich offenbart. Wer Gottes Fingerzeige erkennt, sich Ihm aber nicht unterwerfen will, gleicht den törichten Zauberern.

Quellennachweis:
Fruchtenbaum, AG: Das Leben des Messias (S. 202-203, Heilung eines stummen Besessenen als außerordentliches, messianisches Wunder). Düsseldorf (CMV) 2023
Kenawy, MA: Review of Anopheles mosquitoes and malaria in ancient and modern Egypt. Journal of Mosquito Research 2015; 5(4)
Meyer, SC: Die Wiederentdeckung Gottes. Wie Kosmologie, Physik und Biologie einen Schöpfer erkennen. Holzgerlingen (SCM) 2023
Bildnachweis:
Wikipedia: Mücke beim Blutsaugen / James Gathany // Gemälde: Erschaffung Adams / Michelangelo
andere Lizenzen: Titelbild Mücken (Aedes aegypti) /shutterstock_ID_2645188797 / frank60 // KI-Bild: Mose vor dem Pharao // KI-Bild: Pharisäer siebt Mücke aus Wasser
Link zum Buch: https://www.daniel-verlag.de/produkt/ wimmelwesen
